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Oberösterreich

Fehldiagnose nach Sturz: Arzt übersah mehrere Wirbelbrüche

HELLMONSÖDT. Eine ärztliche Fehldiagnose brachte einen Pensionisten nach einem Sturz von der Leiter in Lebensgefahr. Der Mann erlitt mehrere Wirbelbrüche. Ein Arzt riet ihm jedoch nur zur Bettruhe.

Fehldiagnose nach Sturz: Arzt übersah mehrere Wirbelbrüche

Ältere Menschzen verunglücken öfter bei der Gartenarbeit. Bild: dpa

Franz Mayr (75) stand auf einer Leiter und wollte gerade Äste von einem Apfelbaum abschneiden. Als er sich an einem Ast festhielt, brach dieser plötzlich ab und riss den Pensionisten zu Boden. „Mein Vater fiel aus eineinhalb Metern Höhe auf den Hinterkopf. Er dürfte danach kurz das Bewusstsein verloren haben. Später fand ihn mein Schwager leicht benommen im Auto sitzend“, sagt Mayrs Tochter Sonja Binder. Mayrs Schwiegersohn fuhr den Pensionisten umgehend in eine Praxis nach Reichenau. Der behandelnde Arzt Christoph Aumayr testete eigenen Angaben zufolge die Motorik des Mannes: „Der neurologische Status war unauffällig. Der Patient hat wiederholt versichert, dass er in eine weiche Wiese gefallen sei. Von einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit war überhaupt nicht die Rede.“

Aumayr stellte folgende Diagnose: Muskelspannung im Bereich der Halswirbelsäule. Eine sichtbare Verletzungen sei nicht festzustellen gewesen. Der Arzt verschrieb dem Pensionisten ein Schmerzmittel und riet ihm zur Bettruhe. Sollten die Beschwerden ärger werden, sei es aber besser, ein Spital aufzusuchen.

„In den nächsten Stunden verschlechterte sich der Zustand meines Vaters derart, dass er mit der Rettung ins Linzer AKH gebracht werden musste“, erinnert sich Sonja Binder. Dort stellten die Ärzte das wahre Ausmaß der Verletzungen fest: Bei seinem Sturz hatte sich Mayr einen Hals- und mehrere Brustwirbel gebrochen. Ein Blutgerinnsel in der Wirbelsäule hätte im schlimmsten Fall eine Querschnittlähmung verursachen können. Mayr wird nächste Woche an der Wirbelsäule operiert. Von einer dauerhaften Lähmung gehen die Ärzte nicht mehr aus.

Seine Tochter ist aufgebracht und hat den Fall der Ärztekammer gemeldet: „Es geht mir nicht darum, dass Doktor Aumayr bestraft wird. Ich möchte aber, dass er bei seinen Diagnosen künftig etwas mehr Vorsicht walten lässt.“

Der kritisierte Mediziner weist trotz der später entdeckten Verletzungen jede Schuld von sich: „Durch meine Diagnose ist kein Schaden entstanden. Es ist nichts schiefgelaufen.“

von susisorgenvoll (5884) · 18.04.2011 14:01 Uhr
"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte",

sollte bei unklaren Diagnosen JEDEM Arzt klar sein. Von wegen "unauffällige neurologische Muster".... Besser eine Untersuchung zu viel, als ein Gelähmter oder Toter mehr!

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von DerKarlinger (41) · 18.04.2011 07:33 Uhr
Die Spitalsreform

brauchts ja gar nicht das Ärzte teilweise nicht fähig sind ordentliche Diagnosen zu stellen.

Realität ist bereits, dass jeglicher Fehler eines Arztes der (noch nicht angelaufenen) Spitalsreform untergejubelt wird. Wenn die Spitalsreform dann da ist haben die weißen Kittel Narrenfreiheit, es ist ja die Spitalsreform schuld ..

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von gegenstrom (9717) · 18.04.2011 07:10 Uhr
das wird Realität

...wenn die Spitalsreform durchgeht, dass am Lande nach einem Unfall kein KH-Unfallabteilung zur Verfügung steht und die praktischen Ärzte nicht für sichere Befunde ausgestattet sind.

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Artikel Erik Famler 18. April 2011 - 00:04 Uhr
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