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Oberösterreich

Familiendrama: Wolfern weiter im Schockzustand

WOLFERN. Nach dem Familiendrama in Wolfern, bei dem ein 37-jähriger Vater seinen zweijährigen Sohn in der Badewanne erschlagen haben soll und sich anschließend erhängt hat, befindet sich die Gemeinde weiterhin in einer Art Schockzustand.

Wolfern

Ermittler am Tatort. Bild: www.fotokerschi.at

"In der betroffenen Ortschaft herrscht mystisches Schweigen. Die Leute sind sprachlos, lassen die Köpfe hängen", sagt Bürgermeister Karl Mayr. Die Wolferner seien bereit, der Witwe und den beiden verbliebenen Kindern finanzielle Hilfe zukommen zu lassen, sagt Mayr. Doch in einer ersten Reaktion habe die Ehefrau und Mutter gemeint, dass sie selbst über die Runden kommen werde.

Der forensische Psychiater Reinhard Haller geht bei Fällen wie diesem von einer schweren depressiven Erkrankung des Täters aus. Zwar seien Depressionen gemeinhin durch Antriebslosigkeit gekennzeichnet. Doch "am Ende" solcher depressiven Stadien stünden akute Suizidgedanken, die auch  einen sogenannten "erweiterten Selbstmord" erklärbar machen. Bei diesem werde das eigene seelische Leiden auf das Kind projiziert und das Kind in den Tod, "in eine bessere Welt mitgenommen", sagt Haller. Besonders gefährdet seien Kinder bis zum vierten Lebensjahr, sagt der Psychiater. "Sie erscheinen den suizidgefährdeten Elternteilen als besonders hilflos bzw. schutzbedürftig." Er spricht, so unfassbar es klingen mag, in solchen Fällen von einem "Mord aus Liebe, nicht aus bösen Beweggründen."

Mittlerweile ist auch die Tatwaffe bekannt. Der 37-Jährige hat seinen Sohn mit einem Maurerfäustel auf den Kopf geschlagen. Laut Obduktion war die daraus resultierende Verletzung die Todesursache, teilte die Polizei Oberösterreich am Mittwochnachmittag mit. 

Der 37-Jährige war als Sozialarbeiter tätig und betreute selbst Menschen, die als „geistig abnorme Rechtsbrecher“ eingestuft wurden. Nach einem Burnout befand er sich in Väterkarenz und absolvierte zuletzt eine Ausbildung im Bereich der Kinderbetreuung. „Ich kann nicht mehr“, schrieb Klaus K. in einem Abschiedsbrief.

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Artikel Robert Stammler 10. Februar 2016 - 15:42 Uhr
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Familientragödie in Wolfern

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