Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 22. Februar 2018, 20:03 Uhr

Linz: -1°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 22. Februar 2018, 20:03 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Fahnen, Reiter, Pritschenmeister: Am Fetzenmontag ging's in Ebensee rund

EBENSEE. Tausende Besucher kamen gestern zum Fetzenzug und wurden kräftig "ausgetadelt".

Fahnen, Reiter, Pritschenmeister: Am Fetzenmontag ging’s in Ebensee rund

Auch von Kälte und Eis ließen sich die Fetzen ihre gute Laune nicht verderben. Bild: Hörmandinger

Mit dem traditionellen Fetzenzug erreichte gestern der Fasching in Ebensee seinen Höhenpunkt: Rund 500 Fetzen trotzten am Nachmittag Schnee und Sturm und zogen vom Gasthaus Neuhütte in das Ortszentrum.

Unterwegs erfüllten sie gewissenhaft ihre ureigenste Aufgabe: Die Tausenden Besucher am Straßenrand "austadeln". "Dabei greifen sie Hoppalas und Missgeschicke der Besucher aus dem vergangenen Jahr auf und ziehen sie ins Lächerliche", sagt Hannes Scheck, Präsident des Ebenseer Faschings. Der Chef legt allerdings Wert auf die Form: "Es ist wichtig, dass das mit Fingerspitzengefühl passiert", sagt er. Nachsatz: "Auch im Fasching."

Hintergrund des 2011 zum immateriellen Kulturerbe Österreichs erklärten Brauchtums ist, "die Obrigkeit austadeln" zu können. Hilfreich dabei ist die Verkleidung: Die Fetzen tragen alte Gewänder, angereichert mit Lumpen aller Art, dazu ein zerfetzter Regenschirm und eine Holzmaske. "Wer keine Larve tragen will, kann das Gesicht auch mit einem Vorhang verhüllen", sagt Scheck.

"Liebe zum Brauchtum"

Für die Aufstellung beim Fetzenzug gibt es ein exakt festgelegtes Protokoll: Vorne der Fahnenträger, dann die Reiter, die auf Steckenpferden unterwegs sind, und die Pritschenmeister. Dabei handelt es sich um die Fetzenpolizei, die mit lärmenden Holzstücken (eine gewisse) Ordnung garantiert. Ihnen folgen die Clowns, Königinnen, Musik und das Prinzenpaar: "Aber selbst die Hoheiten müssen Lumpen tragen und sind nur an ihren alten Kronen erkennbar", sagt der Faschingspräsident. Nach Garde und Komitee marschieren schließlich Hunderte Fetzen. Nach dem Umzug wurde im Zentrum noch kräftig gefeiert.

Hannes Scheck macht seit Jahrzehnten mit: "Ich habe eine Liebe zum Brauchtum und zu Ebensee. Mir ist wichtig, dass die Traditionen weitergegeben werden."

Auch wenige Kilometer weiter, im Ausseerland, wurde gestern intensiv Fasching gefeiert: Nach der Melodie des Ausseer Faschingsmarsches zogen die "Trommelweiber" durch Bad Aussee, Altaussee, Strassen, Tressen und Grundlsee. Und heute geht’s weiter ...

 

Das ist heute los

Der Faschingsdienstag wird heute im ganzen Land gefeiert. In Bad Hall startet um 13 Uhr der Faschingskehraus auf dem Hauptplatz, in Bad Ischl beginnt der Faschingsumzug um exakt 14.11 Uhr. In Bad Zell geht’s um 10 Uhr auf dem Marktplatz mit Faschingszug und Faschingstreiben los. Weitere Veranstaltungen gibt’s in Kirchdorf (Faschingskehraus, 18.11 Uhr, Rathausplatz), Losenstein (10 Uhr, Ortszentrum), Marchtrenk (16 Uhr), Perg (16 Uhr), Pregarten (9.30 Uhr, Stadtplatz), Raab (13.30 Uhr) und Sattledt (14 Uhr, Punschhütte Café Mundl).

Kommentare anzeigen »
Artikel Herbert Schorn 13. Februar 2018 - 00:04 Uhr
Mehr Oberösterreich

27-jähriger Forstarbeiter stürzte sechs Meter in die Tiefe - und starb

SANKT LORENZ-PLOMBERG. Tödlich verunglückt ist ein 27-jähriger Rumäne am Donnerstagvormittag bei ...

Banküberfall in Wels: Die Polizei sucht nach diesem Mann

WELS. Mit einem Messer bewaffnet hat ein Maskierter am Donnerstagvormittag eine Bank in der Welser ...

Feiern im Turnsaal: Ohne Rauch geht’s auch

PRAM. Hohe Wellen schlägt der Bericht der OÖNachrichten über den Beschluss des Gemeinderats von Pram, das ...

Betrunken gestürzt: Hund entdeckte Schwerverletzten

HASLACH AN DER MÜHL. Ein 60-jähriger Pensionist stürzte auf dem Nachhauseweg und blieb schwer verletzt ...

Minus 30 Grad: Bergrettung warnt vor "extremer Kälte"

LINZ. Mit dem Beginn der nächsten Woche ist vor allem im Hochgebirge mit ungewöhnlich niedrigen ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!