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Oberösterreich

Erst Schnee, jetzt Kälte: Der Winter im April lässt uns immer noch nicht los

KIRCHDORF. In der Pyhrn-Priel-Region gilt Lawinenwarnstufe 4. Der Hengstpass wurde für den Verkehr gesperrt.

Erst Schnee, jetzt Kälte: Der Winter im April lässt uns immer noch nicht los

Im Schnee stecken blieben viele Autofahrer in Molln. Bild: FF Molln

Minus sechs Grad hatte es heute früh verbreitet in Oberösterreich: Der Winter im April lässt uns auch weiterhin nicht los. Immerhin: Die Schneefälle der vergangenen Tage haben aufgehört, Einsatzkräfte und Autofahrer können aufatmen.

Im Gebirge nimmt allerdings die Lawinengefahr zu. Gestern wurde für das Pyhrn-Priel-Gebiet und das Ennstal Warnstufe 4 (von 5) ausgerufen. "Seit Wochenbeginn ist dort eineinhalb Meter Schnee gefallen", sagt Florian Stifter vom Lawinenwarndienst OÖ. Bis Freitag wird es dabei bleiben, Warnstufe 3 dürfte am Wochenende gelten.

Wegen Lawinengefahr bis heute Vormittag gesperrt ist die Pyhrnpassstraße (Umleitung über A9). Die Sperre der Hengstpassstraße zwischen Unter- und Oberlaussa bleibt bis Sonntag aufrecht.

Erst gestern früh konnte Raffael Gittmaier, Chef der Straßenmeisterei im Bezirk Kirchdorf, aufatmen. "Wir haben alles im Griff, der Schneefall hat aufgehört, die Straßen sind geräumt." 50 Zentimeter Schnee waren in der Nacht zum Donnerstag gefallen. Hängengebliebene Lkw, Pkw im Straßengraben, unter der Schneelast geknickte Bäume quer über den Fahrbahnen: Seit Mittwochabend waren die Mitarbeiter im Einsatz.

Besonders prekär war die Situation in höheren Lagen. Ein Meter Neuschnee, dazu böiger Nordwind und minus fünf Grad: "Wir haben die Einsatzfahrzeuge erst wieder wintertauglich gemacht, haben Salzstreuer und Schneepflüge montiert", so Gittmaier. Die Feuerwehr Molln musste zu acht Einsätzen ausrücken. Ein Grund für das Fiasko: Die Autofahrer waren mit Sommerreifen unterwegs.

Durch den Grünburg-Tunnel hinein in den Winter: Das ist Mittwochabend Elisabeth Fischer, stellvertretende Amtsleiterin von Molln, passiert: "Auf der Heimfahrt von Linz war ich kaum aus dem Tunnel heraus, da schneite es, dass ich fast nichts sehen konnte. Ich bin froh, dass ich unbeschadet heimgekommen bin!"

80 Personen sitzen fest

Wegen des Wintereinbruchs sind in dem Dorf Hinterwildalpen in der Obersteiermark 80 Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtsstraße ist noch mindestens bis heute wegen Lawinengefahr gesperrt. „Die Personen sind aber gut versorgt“, sagt Harald Eitner vom Katastrophenschutz des Landes Steiermark. In Niederösterreich und im Burgenland waren Tausende Haushalte in der Nacht auf Donnerstag ohne Strom, in Ost-Österreich gab es einen Schnee-Rekord für die zweite Aprilhälfte.

Das April-Wetter geht weiter. Heute trüben bei bis zu zwölf Grad nur ab und zu ein paar Wolken den Himmel. Zum Wochenende nähert sich bereits die nächste Kaltfront, Regenschauer ziehen über das Land. Wechselhaft gestaltet sich auch der Sonntag. Am Montag soll es bei leichtem Föhn mit 17 Grad wärmer als zuletzt werden.

 

Schutz vor Frost: Obstkulturen in Rauch getaucht

Schutz vor Frost: Obstkulturen in Rauch getaucht

Eine neue Verordnung erlaubt Oberösterreichs Obstbauern, ihre Kulturen durch „Frosträuchern“ vor Kälteeinbrüchen zu schützen. Letzte Nacht kam sie erstmals zur Anwendung – zum Beispiel auf den Marillenplantagen von Johannes Gruber aus Niederneukirchen.

Gestern früh hatte der Obmann der Bezirksbauernkammer Linz-Land probeweise einen ersten Ballen aus gepresstem Stroh entzündet. Heute gegen 3 Uhr früh, der Zeit der größten Nachtkälte, wurde es dann ernst: Alle 25 Meter wurden die Ballen in Brand gesetzt und begannen zu glosen. Dichter Rauch zog in Bodennähe den Hang mit den Kulturen entlang, die Temperatur erhöhte sich um mehrere Grad. Auch Waldemar Brandlmayr aus Gunskirchen hat es erstmals mit dem „Frosträuchern“ probiert. Die ganze Nacht war er mit seiner Frau zur Kontrolle dabei. Die beiden Ortsfeuerwehren, die Gemeinde, die Feuerwache Wels und den Landesfeuerwehrverband hatte er vorschriftsmäßig informiert.

 

Winterreifen-Pflicht für Lkw verlängern?

Der heftige Wintereinbruch hat Mittwochabend und gestern zu Chaos auf Österreichs Straßen, Stromausfällen und politischen Reaktionen geführt. So forderte Verkehrsminister Leichtfried eine verlängerte Winterreifenpflicht für Lkw über 3,5 Tonnen: „Das Hauptproblem sind Lkw ohne Winterreifen, die liegen bleiben, sich quer stellen und den Verkehr blockieren.“ Für Lkw über 3,5 Tonnen ist die Winterreifenpflicht unabhängig vom Wetter vorgeschrieben. Sie müssen von 1. November bis 15. April zumindest auf den Antriebsrädern mit Winterreifen ausgestattet sein. „Wir prüfen eine Verlängerung um einen Monat.“

 

 

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Artikel Alfons Krieglsteiner und Herbert Schorn 21. April 2017 - 00:04 Uhr
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