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Oberösterreich

Erkennen Sie diese alten Bilder? Zeitgeschichte in Oberösterreich

LINZ. Wo sind diese Fotos entstanden, was und wer könnte das sein? Helfen Sie mit, Geschichte zu erforschen.

Können Sie sich noch erinnern? Erkennen Sie Details auf alten Bildern oder wissen, um welchen Anlass es handelt? Der Lentia-Verlag verfügt über zigtausende unbeschriftete und undatierte Negative, undokumentierte Fotos aus dem Nachlass des Fotografen Alfred Harrer (1925 – 2009), die den Alltag in Oberösterreich zeigen. Spektakuläre Unfälle, historische Besuche von Kreisky oder anderen Prominenten und Bilder mitten aus dem Leben, die mittlerweile historische Zeitdokumente sind.

Ich möchte diese Schnappschüsse für die Nachwelt erhalten und möglichst viele Menschen daran teilhaben lassen“, sagt Manfred Carrington vom Lentia-Verlag. Er ist dabei, in mühevoller Kleinarbeit, das Archiv Harrers aufzuarbeiten und zu katalogisieren - am Ende soll daraus ein Buch über Oberösterreich entstehen.

Zigtausende Negative

2010 erhielt Carrington den Nachlass des Fotografen, der mit seinen Aufnahmen ein authentisches Bild vom Alltag anno dazumals in Oberösterreich liefert. Carrington: „Sein spezieller Blickwinkel und die Art, Szenen für die Ewigkeit auf Papier zu bannen, faszinieren mich.“

Doch das Vorhaben stellt Carrington vor große Herausforderungen: die zigtausenden Negativstreifen – das Arbeitsvolumen von fast 50 Jahren – hat Harrer in Kartonschachteln abgelegt - nicht beschriftet und ohne zeitliche Zuordnung.

Nach und nach werden die interessantesten Bilder eingescannt und im Lentia-Verlag (www.lentia-verlag.at) und auf nachrichten.at online gestellt. Gemeinsam mit dem Lentia-Verlag  wollen wir herausfinden, wer oder was auf den Fotos zu sehen ist. Sehen Sie sich die alten Bilder an und geben Sie uns Ihr Wissen weiter. Mit Ihrem Kommentar können Sie bei der Katalogisierung der Bilder helfen. Wir wünschen Ihnen auch so beim Durchsehen der Fotos und dem Eintauchen in die eigene Vergangenheit viel Vergnügen.

Unsere erste Galerie zeigt eine Flugshow am Linzer Flughafen. Hier sehen Sie alle Bilder

 

 

In einer zweiten Galerie geht es um Konzertabende in Linzer Lokalen. Hier geht es zu den Bildern.

 

Alle Fotos des Lenta-Verlages stammten vom legendären Linzer Pressefotografen Alfred Harrer, der vielleicht noch manchen Lesern in Erinnerung ist. Hier sein Potrait.

Alfred Harrer (1925-2009)

Mehr als fünf Jahrzehnte war Alfred Harrer mit der Kamera unterwegs. Immer auf der Suche nach Motiven für 27 verschiedene Zeitungen legte er Tag und Nacht, werk- und feiertags, sommers wie winters und ohne Urlaub über drei Millionen Kilometer zurück und verbrauchte dabei 32 Autos. Der 1925 in der Wurmstraße geborene Linzer fand gleich nach dem Krieg Arbeit bei den Amerikanern und knipste für sie, ging in deren Club im Rosenstüberl ein und aus. So machte er die Fotografie zu seiner Lebensaufgabe, studierte das Handwerk bei den damaligen Größen seiner Zunft und bemühte sich um den Gewerbeschein, der ihm allerdings bis 1955 verwehrt blieb. Seine Hartnäckigkeit machte sich aber schließlich doch bezahlt.

Harrer

Als selbstständiger Pressefotograf war er unter anderem für die Oberösterreichischen Nachrichten oder das Linzer Volksblatt unterwegs, auch als Fotoreporter und schrieb auch Berichte. Sein Studio hatte er in der Beethovenstraße. 

„Schneller als die Polizei zu sein“, verstand Harrer nicht bildlich, sondern wörtlich. Tatsächlich war er meist schneller als die Einsatzkräfte vor Ort, wenn es darum ging, Brände, Unfälle oder Tatorte auf Film zu bannen. Und nicht immer waren Fotografen am Ort des Geschehens gern gesehene Gäste. In einem Interview gestand Harrer selbst, überall angestreift zu sein, wobei er sich auch einmal eine „Watschn“ des Maestros Karajan eingefangen hat.

Erst im Alter von 74 Jahren ging der passionierte Bildjäger in Pension. Er starb zu Weihnachten des Jahres 2009. Sein zehntausende Aufnahmen umfassender Nachlass ist  Zeitgeschichte. Carrington: „Er verdient es, an die Öffentlichkeit gebracht zu werden. So bleibt auch Alfred Harrer unvergessen, der seinen Teil zur Dokumentation des alten Linz beigetragen hat. An dieser Stelle sei seiner Tochter Regina ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, die uns das Bildarchiv ihres Vaters zur Verfügung gestellt hat.“

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Artikel 18. März 2015 - 16:17 Uhr
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