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Oberösterreich

Er wurde im Linienbus zum Lebensretter

Der Linzer Jan Wimmer leistete einem gestürzten Pensionisten Erste Hilfe

Jan Wimmer

Jan Wimmer   Bild: privat

Eigentlich war Jan Wimmers Arbeitstag schon vorbei. Die Vorfreude auf den freien Dienstagnachmittag nach seiner Frühschicht in der Linzer Chemie endete aber bereits auf dem Nachhauseweg. Exakt um zehn Minuten nach 14 Uhr, als der Bus die Haltestelle "Grüne Mitte" anfuhr. „Ein Mann ist mir plötzlich entgegengefallen. Er ist mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen und hat sofort stark geblutet“, erinnert sich Wimmer.

Der gelernte Industriekaufmann reagierte sofort- im Gegensatz zu allen anderen Passagieren. „Der Bus war vollbesetzt, aber niemand kam auf die Idee, dem Mann zu helfen. Das hat mich ziemlich schockiert.“ Der betagte Mann habe nicht mehr geatmet. Gemeinsam mit dem Busfahrer begann Wimmer Erste Hilfe zu leisten. „Ich habe den Mann Mund-zu-Mund beatmet, bis der Notarzt gekommen ist und habe nur gehofft, dass er das überstehen wird.“ Der Pensionist überlebte. Er wurde vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht und wird keine Folgeschäden davontragen. „Er hat mir noch gedankt und mir erzählt, dass er vergangenes Jahr vier Bypässe bekommen hat.“ Seine daraus resultierte Schwäche sei womöglich der Grund für den unvermittelten Sturz gewesen.

Dass Jan Wimmer in dieser Situation so gut reagiert hat, sei zwar „selbstverständlich“, ist aber auch seiner vielfältigen Ausbildung geschuldet. Zwei Lehren, Zivildienst und acht Jahre bei der oberösterreichischen Lebenshilfe als Behindertenbetreuer und in der Sterbebegleitung. Obwohl er ja eigentlich Schuhmacher ist. „Leider waren die Aussichten in dieser Berufssparte eher bescheiden. Bei den kleinen Betrieben unterzukommen ist schwierig und Fließbandarbeit wollte ich nicht“, sagt der leidenschaftliche Sportler. Wenn es Zeit und Kraft nach der Schichtarbeit bei der Medikamentenverarbeitung erlauben, schnappt sich Wimmer das Skateboard, fährt durch die Straßen Linz-Urfahrs, schwimmt, taucht und reist gerne durch das Land. Und auf dem Nachhauseweg, da rettet er Leben.

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Artikel Gabriel Egger 07. September 2017 - 00:04 Uhr
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