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Oberösterreich

Engpass bei Traunsee-Wasserrettung, Chaos in Dienststelle

GMUNDEN. Ausgerechnet zu Beginn der Hochsaison herrscht bei der Wasserrettung am Traunsee ein Engpass. Die Einsatzorganisation wird jetzt vom zehn Kilometer entfernten Laakirchen aus geleitet.

Engpass bei Traunsee-Wasserrettung, Chaos in der Gmundner Dienststelle

In den vergangenen Wochen waren von drei Wasserrettungsbooten am Traunsee zwei nicht einsatzfähig. Bild: OÖN

Von den drei Einsatzbooten in Gmunden, Traunkirchen und Ebensee war in den vergangenen Wochen nur das letztere einsatzbereit. Die Gründe sind technischer, aber auch menschlicher Natur.

In Traunkirchen ist das Rettungsboot seit Juni defekt. "Weil für das alte Boot kaum noch Ersatzteile zu bekommen sind, werden wir um eine Neuanschaffung nicht herumkommen", sagt Gerald Berger, Landesleiter der Österreichischen Wasserrettung. "Das neue Boot wird aber erst nächstes Jahr zur Verfügung stehen."

In Gmunden ist die Situation komplizierter. Dort schlitterte die Organisation in eine personelle Krise, als bei der Jahreshauptversammlung am 12. Mai die Wiederwahl des Ortsstellenleiters scheiterte und die Mitglieder plötzlich führungslos dastanden.

Der Landesverband unterstellte die Ortsstelle daraufhin der zehn Kilometer entfernten Laakirchner Wasserrettung. Deren Ortsstellenleiter Martin Höllwerth ließ die Schlösser der Gmundner Bootshütte austauschen. "Wir wussten nicht, wie viele Schlüssel im Umlauf sind, und mussten Ordnung herstellen", sagt Höllwerth. "Dazu bin ich verpflichtet."

Sabotage an Rettungsboot?

Dazu kam ein schwerer Motorschaden bei einer Ausfahrt am 24. April, der das Boot wochenlang lahmlegte. Weil das Gerücht auftauchte, der Motor sei zuvor manipuliert worden, erstattete Höllwerth sicherheitshalber Anzeige gegen unbekannt.

In der Gmundner Ortsstelle herrscht nun dicke Luft. Gerhard Höller, seit 54 Jahren Mitglied der Gmundner Wasserrettung, kritisiert, dass die Leitung nicht der Ortsstelle Traunkirchen übertragen wurde. "Die Traunkirchner kennen die Verhältnisse auf dem See viel besser als die Laakirchner", sagt Höller. Weil den meisten Gmundner Wasserrettern außerdem der Zugang zur Bootshütte versperrt ist, sei die Einsatzstelle praktisch gelähmt.

Das reparierte Gmundner Rettungsboot steht seit Donnerstag wieder zur Verfügung. Dank des Laakirchner Personals sei die Einsatzfähigkeit auch voll sichergestellt, versichert Höllwerth. Auf eigenen Beinen kann die Gmundner Dienststelle aber nicht stehen. "Aufgrund des akuten Mitglieder- und Bootsführermangels kann aktuell kein regulärer Dienstbetrieb stattfinden", schrieb Landesleiter Berger vor wenigen Wochen in einem internen Papier.

Neustart heute Abend

Der Laakirchner Ortsstellenleiter Höllwerth muss die Gmundner Wasserrettung jetzt neu aufbauen – vor allem personell. Bei einer Ortsstellenversammlung in Gmunden soll heute Abend der Neustart eingeleitet werden. "Wir möchten uns als erstes einen Überblick verschaffen, wer in Gmunden welche Aufgabe übernehmen möchte und welche Qualifikationen er hat", sagt Höller.

In zwei bis drei Jahren könne die Wasserrettung Gmunden vielleicht wieder eigenständig werden.

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Artikel Edmund Brandner 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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