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Oberösterreich

Ein Seelsorger für die Obdachlosen

Helmut Eder wirkte bei Schülerprojekt für die Lange Nacht der Kirchen mit.

Helmut Eder

Helmut Eder, 50, Obdachlosenseelsorger der Diözese Linz Bild: Heinz Zauner

Helmut Eder hat einen Abschluss an der Theologischen Privatuniversität, bekam mit seiner Ehefrau Gabriele drei kerngesunde Töchter – und landete vor einem Jahr auf der Straße. Nicht, weil er alles verloren und kein Dach mehr über dem Kopf hat, sondern um Menschen zu helfen, die dieses Schicksal traf. Der 50-Jährige ist seit September 2016 der Obdachlosenseelsorger von Linz. Am kommenden Freitag spaziert der gebürtige Tiroler bei der Langen Nacht der Kirchen durch die Landeshauptstadt und zeigt den Besuchern neun Orte, an denen sich obdachlose Menschen aufhalten.

Die Stadtführung „Wohnungslos durch Linz“ hat Eder mit Schülern des BORG Schärding und der Caritas erarbeitet. „Die Schüler waren sehr interessiert. Sie wollten zum Beispiel wissen, wie ich einen Obdachlosen beerdige“, sagt der Theologe. Für ihn ist klar: „Jeder Mensch braucht einen würdevollen Abschied.“ Alle in der „Szene“, wie er sein

Arbeitsumfeld nennt, seien sehr froh, dass sich jemand um ihr Begräbnis kümmert.
Helmut Eder ist nicht nur nach ihrem Tod für die Betroffenen da. Regelmäßig besucht er sie in Einrichtungen und Parks. „Meine Aufgabe ist es, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Einfach zuzuhören genügt oft schon“, sagt er. In den vergangenen zehn Monaten habe er zu einigen Obdachlosen eine vertraute Beziehung aufgebaut. „Ich mag diese Menschen“, sagt er.

Einen guten Draht zu Randgruppen hatte er schon immer. „Ich habe während meines Theologie-Studiums in einer Berliner Suppenküche gearbeitet. Da ist mir aufgefallen, dass ich überhaupt keine Berührungsängste vor Obdachlosen habe“, sagt der seit 1995 in Linz lebende Eder, der ehrenamtlich Häftlinge in Garsten seelisch betreut.

In der Diözese Linz assistiert er für die Dekanate Linz-Mitte und Linz-Süd. Seine Tätigkeit als Seelsorger ist ein dreijähriges Projekt. Vorerst. „Ich habe das Gefühl, die Obdachlosen brauchen mich noch länger“, sagt Eder, der seinen Kopf am besten beim Triathlon freibekommt.

 

 

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Artikel Verena Gabriel 07. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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