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Oberösterreich

Ehepaar täuschte Hellseherei vor: verurteilt

LINZ. Ein Hellseher-Prozess gegen ein Ehepaar am Landesgericht Linz hat gestern mit 20 Monaten Haft, davon vier Monate unbedingt, für beide Angeklagten geendet.

Nur falscher Zauber Bild: oön

Die 41-jährige deutsche Frau, die auf Esoterikmessen ihre angeblich hellseherischen Fähigkeiten angeboten hatte, und ihr 50-jähriger Mann mussten sich wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges verantworten. Sie sollen ihre Kunden um mehr als 80.000 Euro geschädigt haben. Staatsanwalt und Verteidiger verzichteten auf Rechtsmittel, die Urteile sind somit rechtskräftig.

Als mildernd wurde das Geständnis der Beschuldigten gewertet, als erschwerend die Vielzahl der Taten und der lange Zeitraum, in dem sie ausgeführt wurden.

Zwischen Oktober 2004 und September 2008 bot das Ehepaar auf durchschnittlich 20 Esoterikmessen pro Jahr seine Dienste an. Sie behaupteten, die Frau könne durch Hand-, Karten- und Kaffeesudlesen sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blicken. Außerdem könne sie durch Handauflegen Blockaden lösen. Pro Behandlung verlangten die Hartz-IV-Empfänger (einheitliches Arbeitslosengeld) bis zu 2000 Euro. Das Ehepaar wurde von verdeckten Ermittlern des Innenministeriums ausgeforscht.

„Ich habe keine übersinnlichen Fähigkeiten“, gestand die Frau gleich zu Beginn der Verhandlung. „Es tut mir leid.“ Sie gab auch zu, Druck ausgeübt und Drohungen ausgesprochen zu haben. So habe sie beispielsweise Schicksalsschläge oder Unfälle in der Familie angekündigt, sollten die Betroffenen ihre Dienste nicht in Anspruch nehmen. Dennoch hätten sich manche Leute nachher besser gefühlt. „Niemand hat sein Geld zurückverlangt.“

Der Ehemann soll seine Frau bei ihrer Arbeit unterstützt haben. Er attestierte ihr zu Beginn seiner Einvernahme noch übersinnliche Fähigkeiten. Als er mit ihrem Geständnis konfrontiert wurde, gab aber auch er den Schwindel zu. Er bekannte sich ebenfalls schuldig.

Für Überraschung sorgte eine „Belastungszeugin“, die 17.000 Euro an das Paar gezahlt haben soll. Die 60-Jährige blieb selbst nach dem Geständnis der „Hellseherin“ dabei: Seit der Behandlung seien viele ihrer Probleme gelöst, Schmerzen von Verwandten und ein Fluch seien verschwunden.

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Artikel 16. Januar 2009 - 00:04 Uhr
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