06. Oktober 2017 - 21:08 Uhr · Thomas Streif · Oberösterreich

"Diese Solidarität ist einfach großartig"

"Diese Solidarität ist einfach großartig"

Kommandant Erich Feichtenschlager kam in Begleitung. Bild: Vorich

SANKT JOHANN AM WALDE. Nach Zeltfest-Katastrophe: 1500 Besucher kamen zu großem Benefiz-Spiel nach St. Johann

"Es tut gut, dass sich so viele Menschen Zeit nehmen, sich dieses Fußball-Spiel anzusehen, für die Opfer spenden und somit ihre Solidarität zum Ausdruck bringen", sagt Erich Feichtenschlager, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Frauschereck. Nach der Zeltfest-Katastrophe vom 18. August, bei der zwei Menschen ums Leben kamen und mehr als 100 verletzt wurden, ist man im Innviertel zusammengerückt, auch die vielen Charity-Veranstaltungen bringen dieses Mitgefühl zum Ausdruck.

Zum Benefizspiel der SV Ried gegen den "UFC Saiga Hans and Friends" sind 1500 Besucher gekommen. "Wahnsinn, wir haben mit maximal 1000 Besuchern gerechnet, fast jeder hat gespendet, auch für unsere Kicker ist es eine tolle Sache, gegen die SVR-Profis zu spielen", sagt Konrad Nagl, Obmann der Union Sankt Johann. "Großartig, welche Solidarität sich hier entwickelt hat", so Braunaus Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser. SV Ried-Vorstand Roland Daxl: "Es ist eine Selbstverständlichkeit zu helfen."

Rund 1500 Besucher kamen zum Charity-Spiel

Die seelischen Wunden verheilen nur langsam

Zwar scheint die Sonne, der aufgezogene Sturm beschäftigt aber viele Besucher. "Da kommen gleich wieder Gedanken an die Katastrophe hoch", sagt ein Saiga Hanser. Bei den Spielern der Heimmannschaft sind die Erinnerungen sieben Wochen nach dem Unglück noch immer präsent. "Wir waren alle selber beim Zeltfest. Die seelischen Wunden verheilen nicht so schnell. Das Erlebte ist nach wie vor täglich Gesprächsthema in der Kabine. Vor dem Auswärtsspiel gegen Lohnsburg vor einigen Wochen hat ein Spieler in der Garderobe zu weinen begonnen, das sagt wohl alles", so Mario Krämer, Trainer des UFC Saiga Hans.

Mario Krämer (Trainer UFC Saiga Hans), SV Ried-Trainer Lassaad Chabbi (Foto: Vorich)

"Stolz, hier Diakon zu sein"

Das Spiel ist natürlich eine klare Angelegenheit für Ried. Endstand 9:1 Auch Bundesliga-Schiedsrichter Dieter Muckenhammer hat sofort sein Kommen zugesagt, auf ein Honorar verzichtet er.

Beim Ehrentreffer der Heimmannschaft brandet Jubel auf, aber das Ergebnis ist Nebensache. Es geht darum, ein weiteres Zeichen des großen Zusammenhalts in Saiga Hans zu setzen. "Wir sind auf dem Weg zurück in die Normalität, aber das dauert. Ich bin stolz, hier Diakon zu sein. Das Herz und Gespür für das Miteinander ist hier noch gegeben, das lässt mich in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken", sagt Diakon Anton Baumkirchner. Die Gedanken und Gebete seien bei den drei Personen, die mit schweren Verletzungen noch in den Spitälern liegen.

Auch wie lange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch dauern, wird spekuliert. Der Innviertler FP-Landesrat Elmar Podgorschek hat dazu eine klare Meinung: "Ich gehe davon aus, dass keine Anklage erhoben wird. Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Zeltfeste grundsätzlich in Frage zu stellen, wäre der falsche Weg, diese gehören zu unserer Kultur", sagt Podgorschek, der einen 1000-Euro-Spendenscheck übergibt.

Weitere Schecks für das Spendenkonto der Pfarre und der Gemeinde werden unter anderem von der Stadtgemeinde Mattighofen (mehr als 6000 Euro), dem SV Friedburg (500 Euro) und den Fans der SV Ried (2000 Euro) übergeben. Rund 90.000 Euro wurden bisher gespendet, nach der Abrechnung des Benefizspiels wird der Betrag sehr deutlich über der 100.000-Euro-Marke liegen.

SV Ried-Kicker werden begrüßt (Fotos:Vorich)

3000 Lose wurden insgesamt verkauft

Autogramme für die Stars von Morgen

 

 

 

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Diese-Solidaritaet-ist-einfach-grossartig;art4,2699574
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