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Oberösterreich

Die lange Nacht der Wünsche

LINZ. Jedes Jahr im August durchquert die Erde den Sternschnuppenstrom der "Perseiden" - die OÖN haben die besten Schau-Plätze gesammelt.

Sternschnuppe

Bild: dpa

Der 12. August ist alljährlich für Romantiker ein besonderes Datum: Heute regnet es dem Volksmund zufolge Tränen des Laurentius. Unzählige Sternschnuppen sind am nächtlichen Firmament zu beobachten. Das Himmelsschauspiel passiert, weil die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Perseiden-Meteorschwarm kreuzt.

Die Faszination, die die lange Nacht der Wünsche auf viele ausübt, ist historisch. Die Menschen vermuteten in den Sternen die Handschrift Gottes. "Sternschnuppen wurden früher wie ein glückhaftes Zeichen von oben gedeutet", erklärt OÖN-Astrologin Dorothea Lusenberger die Herkunft des Brauches, sich bei Sternschnuppenregen etwas zu wünschen.

Die Grüße des Himmels sind groß wie ein Reiskorn und verglühen in der Atmosphäre, etwa 100 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt", erklärt Günther Martello von der Linzer Sternwarte. Schnuppen-Schauern rät der Hobby-Astronom, den Blick Richtung Milchstraße, Sternbild Perseus - in der griechischen Mythologie der Sohn des Zeus und der Danaë - zu richten.

Nur wo bekommt man die leuchtenden Naturwunder am besten zu sehen? Dort, wo es möglichst dunkel ist, rät Erwin Filimon von der Sternwarte am Gahberg in Weyregg am Attersee. "Auf dem Land hat man deutlich bessere Chancen."

Wer in der Nacht der Wünsche nicht leer ausgehen will, sollte störendes Licht von Straßenlaternen oder Autoscheinwerfern meiden. Je höher der Ort der Beobachtung, desto besser die Sicht. Die OÖN haben einige Plätze ausgewählt:

Sternwarte Gahberg (Bezirk Vöcklabruck): "Die Sternschnuppennächte nutzen viele Leute für ein nächtliches Picknick bei uns", sagt Filimon. Im Vorjahr zählte die auf 860 Metern Seehöhe gelegene Sternwarte Gahberg fast 250 Besucher in einer Perseiden-Nacht. Heute werden ab 21 Uhr Führungen angeboten. "Mit unseren Teleskopen kann man den Jupiter und den Saturn bewundern", sagt Filimon.

Aussichtsturm Moldaublick, Ulrichsberg (Bezirk Rohrbach): Am Rande des dünn besiedelten Drei-Länderecks von Österreich, Tschechien und Deutschland steht am 1041 Meter hohen Sulzberg ein alter Ölbohrturm. Die 24 Meter hohe Aussichtsplattform kann für zwei Euro am Drehkreuz auch nachts erklommen werden und bietet aufgrund der Abgeschiedenheit einen klaren Blick zum Sternenhimmel.

Kaiserin-Elisabeth-Warte, Weistrach (Bezirk Amstetten): Von der Wiese des 750 Meter hohen Plattenbergs am Fuße der Kaiserin-Elisabeth-Warte (nur wenige Gehminuten vom Ausgangspunkt, wo geparkt werden darf) lassen sich die Sternschnuppen bei Schönwetter wunderbar beobachten.

 



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Die Perseiden

Jährlich kreuzt die Umlaufbahn der Erde die Perseiden, die Staubreste des Kometen 109P (Swift-Tuttle) und beschert um den 12. August einen Sternschnuppenregen. Der Ursprung des Meteorstroms liegt im Sternbild Perseus. Die Staubteilchen treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen Luftmoleküle zum Leuchten. Im Volksmund heißen die Augustmeteore auch „Laurentiustränen“. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter Kaiser Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es an diesem Tag stets feurige Tränen geregnet haben.

 

Er jagt nach Sternen und der Finsternis

 

Astronom Günther Martello bereist die Welt für besondere Beobachtungen

 

Romantiker schwärmen von ihnen als Glücksbringer, Günther Martello von der Linzer Astronomischen Gemeinschaft bezeichnet Sternschnuppen salopp als Störenfriede. „Wir Astronomen haben eigentlich keine Freude damit. Sie machen Aufnahmen von Sternbildern zunichte. Genauso wie Flugzeuge und Satelliten“, sagt der Obmann-Stellvertreter der Sternwarte Linz mit einem Lachen. Trotzdem wird der Hobby-Astronom aus Leonding heute Sternschnuppen beobachten - auf einer Fähre in Ottensheim. Der 58-Jährige bereist für Spezial-Observationen die ganze Welt: Martello ist seit den 80er Jahren in sämtlichen Ländern gewesen, wo eine totale Sonnenfinsternis stattfand.

„Die erste hab’ ich 1983 auf der Insel Java in Indonesien auf einem Boot, draußen auf dem Meer erlebt“, erzählt der Vater eines Sohnes. 1984 flog Martello nach Neukaledonien, eine Inselgruppe im Südpazifik, um zu erleben, wie der Mond die Sonne verdeckt. „Die nächste Reise wird micht am 2. Juli 2019 nach Südamerika führen“, erzählt der Hobby-Astronom, der sich als Kind nichts sehnlicher wünschte, als Astronaut zu werden. Wie so viele Kinder damals war Martello von der Landung auf dem Mond sehr angetan. Später revidierte er seinen Berufswunsch: Der gebürtige Linzer, der seine Frau auf der Sternwarte kennenlernte, bewarb sich für die Ausbildung als Pilot - heute ist er selbstständiger IT-Unternehmer. Die Liebe zur Astronomie aber blieb: „Pro Woche verbringe ich mehr als sechs Stunden mit der Beobachtung der Sterne.“

 

 

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Artikel 12. August 2017 - 00:04 Uhr
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