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Oberösterreich

Dachstein: Hitze setzte Gletscher zu

LINZ. Schmelze: Gletscher verlor noch mehr Masse als im bisherigen Rekordjahr 2011.

Dachstein: Hitze setzte Gletscher zu

Forscher haben den Dachstein-Gletscher im September vermessen. Bild: privat

Das abgelaufene Jahr 2015 war das heißeste seit Beginn der Messaufzeichnungen. Die Hitze hat auch den Gletschern im Dachsteingebirge massiv zugesetzt. Umweltschutz-Landesrat Rudi Anschober von den Grünen spricht von einer "Rekordschmelze". Im bisherigen Negativ-Rekordjahr 2011 habe der Dachstein-Gletscher bereits zwei Meter mittleren Höhenverlust eingebüßt. In diesem Sommer seien es noch mehr, nämlich 2,05 Meter, gewesen.

"Dieser Wert entspricht umgerechnet auf die Gesamtfläche des Hallstätter Gletschers von 2,8 Quadratkilometern einem Nettoverlust von 5,8 Millionen Kubikmeter Wasser", sagt Anschober. Zum Vergleich: Dieser Verlust entspricht jener Menge Wasser, die im Hitzesommer von rund 120.000 Menschen verbraucht wurde.

Der Verlust in der hydrologischen Periode 2014/15 sei auch der größte seit Beginn des Forschungsprogrammes im Jahr 2006, das vom Institut für interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Zusammenarbeit mit Blue Sky Wetteranalysen durchgeführt wird. "Gletscher sind die Fieberthermometer unseres Planeten, ein Frühwarnsystem", sagt der Landesrat. Wenn der Klimawandel nicht bald aufgehalten werde, dann könnten "unsere Gletscher im Alpenraum bis zum Jahr 2050 Geschichte sein", warnt Anschober.

Trockenperiode

Das sogenannte Hydrologische Jahr von 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 startete zwar mit leicht überdurchschnittlichen Niederschlagswerten, doch dann folgte mit Ausnahme des nassen Jänners und des schneereichen Mais eine massive Trockenperiode, die im Juli und August sehr hohe Temperaturen erreichte, analysiert der Landesrat. Das Abschmelzen der Gletscher-Eisdecke sei im Sommer sehr rasch vonstatten gegangen.

Die Schneerücklagen der vergangenen Jahre seien nur in den ersten Sommermonaten noch ein "gewisser Puffer" gewesen.

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Artikel 25. Januar 2016 - 00:05 Uhr
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