06. Februar 2017 - 00:04 Uhr · · Oberösterreich

Cooper – Lebensretter auf vier Pfoten

Cooper – Lebensretter auf vier Pfoten

20 bis 30 Einsätze absolvieren Sonja Janda-Winter und ihr Border Collie Cooper pro Jahr. Bild: privat

Seit sieben Jahren ist die Mühlviertlerin Sonja Janda-Winter mit ihrem Border Collie in der Rettungshundebrigade.

19. August 2016: Die Rettungshundebrigade Oberösterreich wird alarmiert. Eine 51-jährige Frau aus Mitterkirchen im Bezirk Perg ist abgängig. Die Zeit drängt, denn der Ehemann der Vermissten hat einen Abschiedsbrief gefunden. Es muss also von einem Suizidversuch ausgegangen werden. Auch Sonja Janda-Winter ist mit ihrem siebenjährigen Border Collie im Einsatz, um sich auf die Suche nach der Mühlviertlerin zu machen. Die Teams der Rettungshundebrigade, jeweils aus einem Hundeführer, einem Rettungshund und einem Helfer bestehend, werden in verschiedene Richtungen ausgesendet.

Cooper durchstöbert knapp drei Stunden lang das Gelände – doch leider ohne Erfolg, keine Spur von der gesuchten Person. Schließlich kommt der Befehl vom Einsatzleiter, in ein anderes Areal zu wechseln, um die Suche dort fortzusetzen. Plötzlich läuft Cooper in ein Maisfeld und beginnt laut zu bellen. "Das bedeutet, dass er eine Person gefunden hat", erklärt Janda-Winter. Rasch laufen sie und ihr Helfer zu dem Border Collie und treffen Cooper tatsächlich neben der gesuchten Frau an, die bitterlich weint.

Jander-Winter informiert die Einsatzleitung über den Sucherfolg und belohnt ihren Hund, indem sie ihm seine Spielwurst aus Stoff wirft. "Nach einem anstrengenden Einsatz mit seinem Dummy spielen zu dürfen, ist das schönste Geschenke für Cooper", sagt Janda-Winter.

Suche nach ausgerissenen Kindern

Der Sucherfolg vergangenen Sommer war für den erfahrenen Rettungshund und seine Besitzerin ein großer Erfolg. "In diesen Situationen sieht man, dass sich das viele Training mit den Hunden lohnt", sagt die 41-Jährige.

Insgesamt seien sie und Cooper etwa 20 bis 30 Mal pro Jahr im Einsatz. Meist sei der Grund dafür jedoch nicht so dramatisch wie der beschriebene, bei dem befürchtet werden musste, dass es um Leben und Tod ging. "Oft suchen wir nach verwirrten Menschen oder nach ausgerissenen Jugendlichen", erzählt Janda-Winter, die hauptberuflich im Blumengroßhandel tätig ist.

Für Cooper seien all diese Einsätze, ob im Training oder im Ernstfall, ein Spiel. "Er stöbert extrem gern im Gelände und empfindet das als reines Vergnügen", sagt sein Frauerl. Zweimal pro Woche trifft Janda-Winter andere Teams der Rettungshundestaffel, um mit Cooper zu trainieren. Der Border Collie ist nicht nur zur Flächensuche im Gelände ausgebildet, er kann auch als Trümmer- und Lawinenhund eingesetzt werden.

"Cooper muss jedes Jahr zwei Einsatzprüfungen ablegen, bei denen getestet wird, ob er körperlich und geistig noch für die Arbeit als Rettungshund geeignet ist", erklärt Janda-Winter. Bisher habe er diese immer mit Bravour geschafft. "Und ich denke, fünf Jahre kann er bestimmt noch eingesetzt werden", sagt Janda-Winter. Für sie ist die Arbeit als Rettungshundeführerin ein "wunderschönes Hobby": "Ich bin gern aktiv mit meinem Hund und wenn man auch noch etwas Sinnvolles damit verbinden kann, ist es perfekt."

Wenn Cooper nicht im Einsatz ist, verhält er sich laut Janda-Winter nicht wie ein klassischer Border Collie. "Er ist nicht so quirlig wie andere, sondern chillt und kuschelt extrem gern", erzählt sie. Darüber freue sich ihr zwölfjähriger Sohn Lukas besonders, der Cooper gern dabei Gesellschaft leistet.

 

Rettungshundebrigade

Mitmachen: Wer Mitglied in der Österreichischen Rettungshundebrigade werden will, sollte neben Freude an der Arbeit mit Hunden auch viel Freizeit, einen guten Kameradschaftsgeist sowie körperliche Fitness mitbringen.

Voraussetzungen: Grundsätzlich ist jede arbeitswillige und körperlich belastbare Hunderasse für diese Aufgabe geeignet. Sie muss jedoch über gute Charaktereigenschaften verfügen, also verträglich, gehorsam und nicht schreckhaft sein. Wichtig ist auch ein ausgezeichneter Geruchsinn.

Die Ausbildung zum Rettungshund dauert etwa zwei Jahre. „Unsere Hunde werden ausschließlich über positive Motivation ausbildet. Das heißt, ihr Spiel- oder Futtertrieb wird genutzt, um ihnen das Anzeigen von vermissten Personen beizubringen“, heißt es auf der Homepage der Rettungshundebrigade (www.oerhb.at). Zusätzlich zur Sucharbeit lernen die Hunde auch, Hindernisse wie Leitern und Wassergräben zu bewältigen. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Hundeausbildung ist der Gehorsam. Denn die Hunde müssen ihrem Hundeführer auch bei Ablenkung (Wild, andere Hunde, viele fremde Menschen...) gehorchen.

Der Border Collie

Dieser Hund ist ein Energiebündel mit extremem Arbeitseifer und ausgeprägten Hüte-Eigenschaften. Er lernt schnell. Wenn er regelmäßig beschäftigt wird, ist er ausgeglichen und leicht zu führen. Man sollte sich deshalb nur dann einen Border Collie nehmen, wenn man viel Zeit hat, um mit ihm in die Natur zu gehen und bereit ist, sich aktiv mit dem Hund zu beschäftigen. Diese Rasse erreicht ein Alter von 13 bis 15 Jahren. Ihr Fell ist mittellang oder kurz und wasserabweisend. Meist sind Border Collies schwarzweiß, aber auch andere Farbkombinationen sind möglich.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Cooper-ndash-Lebensretter-auf-vier-Pfoten;art4,2475989
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