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Oberösterreich

Berni Arnitz: Feiertag für Schmidhofers Goldschmied

Berni Arnitz aus Schörfling verpasste für den WM-Titel den ersten Geburtstag seines Sohnes.

Bernhard Arnitz   Bild: (Privat)

Als die Sonne gestern über die tief verschneiten Gipfel bei St. Moritz blinzelte, strahlte Bernhard Arnitz mit dieser bereits um die Wette. Sein Sohn Leo feierte daheim im umgebauten Bauernhof in Schörfling am Attersee mit Mama Helene den ersten Geburtstag. Ihm galten die ersten Gedanken des 30-jährigen Servicemannes von Nicole Schmidhofer, für den dieser 7. Februar ein doppelter Feiertag, ein – Zitat Arnitz – "unglaubliches Datum" werden sollte.
Danach galten Arnitz’ Gedanken nur noch "seinem" Ski-Star, besser gesagt den zwei Meter und 13 Zentimeter langen Super-G-Latten der 27-jährigen Steirerin. Seit fünf Saisonen legt der Schörflinger bei Schmidhofers Skiern Hand an. Zwei Stockerlplätze im Weltcup und Rang vier bei der WM-Abfahrt in Beaver Creak standen bis gestern auf der Habenseite. Der WM-Titel im Super-G ist die vorläufige Krönung dieser Zusammenarbeit.

"Freilich hat man als Servicemann Anteil am Erfolg. Ich muss den Ski optimal herrichten und den richtigen Ski für die jeweiligen Verhältnisse auswählen", sagt Arnitz, "aber den Berg runter fahren muss immer noch die Athletin selbst. Und auch der Tag muss passen."

Dass Schmidhofer bereit für einen WM-Spitzenplatz war, wusste Arnitz schon zwei Stunden vor dem Super-G-Start. Da hatte er in einem Telefonat mit den OÖN erklärt: "Sie ist wirklich gut drauf, die ganze Saison schon. Heute geht was." Es sollte ein gutes Omen sein.

Dass Arnitz das richtige Gespür für Ski hat, weiß man beim ÖSV seit acht Jahren. Damals blieb der Schörflinger nach einem Praktikum im Rahmen seiner Trainer-Ausbildung beim Verband hängen. Davor war er jahrelang gemeinsam mit seiner Verlobten – Jugendliebe Helene Hrinkow hatte er schon in der Skihandelsschule Waidhofen kennengelernt – als Skilehrer in Amerika und Japan tätig gewesen.

"Diese Medaille entschädigt für vieles", sagt Arnitz, der seine Familie während der Saison nur wenig sieht, "aber wenn man so viel unterwegs ist wie ich, dann weiß man, wie schön es daheim wirklich ist."

 

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Artikel Gerald Winterleitner 08. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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