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Oberösterreich

Bergnot auf der Katrin: Retter brauchten Dolmetscherin

BAD ISCHL. Um zwei tschechische Wanderer aus einer unangenehmen Lage zu befreien, mussten Polizei und Bergrettung zuerst eine Dolmetscherin anfordern. Die Anrufer konnten weder Deutsch noch Englisch.

Die Katrin in Bad Ischl

Bild:

Dienstag, 11. Oktober: ein strahlend schöner Herbsttag im Salzkammergut. Die angenehme Oktobersonne wollen auch zwei Touristen aus Tschechien genießen, die in einer Pension in Bad Ischl genächtigt hatten. Sie entschließen sich zu einer Seilbahnfahrt auf den Ischler Hausberg "Katrin".  Auf 1.400 Metern Seehöhe lässt es sich aushalten-  sie bleiben lange und genießen die formidable Fernsicht. Zu lange. Denn als die letzte Seilbahn um 17.15 Uhr abfährt, sind die beiden Tschechen immer noch auf dem Berg. 

"Da konnte man überhaupt nichts verstehen"

Ausgestattet mit Straßenschuhen, beschließen sie eigenhändig den Weg ins Tal anzutreten. Das Pärchen nimmt den Weg nach Lauffen, der am Ischler Bahnhof endet. Weg Nummer 898. Diese Nummer wird später ihre Rettung sein.

Auf der Hälfte der Wegstrecke bricht die 63-jährige Frau zusammen. Sie ist vom steilen Wanderweg zu erschöpft, um weiterzugehen. Ihr 43-jähriger Begleiter will sich aber weiterhin am Abstieg versuchen. Er schultert seine Begleiterin und trägt sie schließlich über Stock und Stein Richtung Bad Ischl. Auf 720 Metern Seehöhe ist auch für ihn Schluss. Die Beiden müssen einen Notruf absetzen. 

"Da konnte man überhaupt nichts verstehen. Sie sprachen weder Deutsch noch Englisch. Die Kollegen von der Alpinpolizei mussten eine Dolmetscherin anfordern", sagt Bernhard Schmid, Ortsstellenleiter der Bergrettung Bad Ischl. Weil das erschöpfte Duo aber keine genauen Wegangaben machen konnte, wurde auch die Bergrettung Bad Goisern alarmiert, die einen anderen Wanderweg aufstieg. 

"Es ist uns dann gelungen, ihnen die Wegnummer herauszulocken", sagt Schmid. Den Bergrettern gelang es schließlich die Tschechen zu finden und sie mit einer Trage zu einer nahegelegenen Forststraße zu bringen. "Die Frau war nicht mehr in der Lage weiterzugehen. Das Schuhwerk war, sagen wir, sehr unpassend", ist sich Schmid sicher, dass es ohne den Einsatz "eine richtig unangenehme Nacht" für die Beiden geworden wäre. 

Das Duo wurde von der Polizei zurück in ihre Unterkunft gebracht. Die kommenden Tage des Altweibersommers werden sie wohl im Tal verbringen. 

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Artikel Gabriel Egger 12. Oktober 2017 - 08:19 Uhr
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