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Oberösterreich

Bei ihr suchen die Misshandelten Schutz

Seit 20 Jahren leitet Grete Rackl das Frauenhaus Linz.

Grete Rackl   Bild: Valentina Dirmaier

Es ist die Entführung eines Kleinkindes, an die Grete Rackl immer wieder denken muss. Der Vater holte es von der Schule ab, nahm es mit. Die Mutter, sie lebte damals im Frauenhaus, versuchte verzweifelt ihr Kind wiederzubekommen. Mehr als ein Jahr wurde verhandelt. Der traurige Vorfall nahm schließlich ein gutes Ende, das Kind wurde der Mutter zurückgegeben. Trotzdem hat sich die Geschichte im Gedächtnis von Grete Rackl, der Leiterin des Linzer Frauenhauses, festgefressen. Dabei gäbe es so viele Beispiele, die erzählt werden müssten. Um auf die Gewalt gegen Frauen – statistisch gesehen ist jede vierte davon betroffen – aufmerksam zu machen. Wie häufig das passiert, zeigen die Zahlen des Frauenhauses Linz, das im Sommer vor 35 Jahren gegründet wurde und seither 5582 Frauen und Kindern Schutz bot.

„Das sind die offizielle Zahlen. Die Dunkelziffer ist weitaus höher“, sagt Rackl, die seit 20 Jahren Leiterin der Einrichtung ist. Zu ihr und ihrem Team kommen die, die vom Daheim flüchteten. Davor oft jahrelang gepeinigt, geschlagen und misshandelt wurden. „Die Mehrheit der Täter sind der nette Nachbar von nebenan. Nichts dringt nach außen. Das macht es den Frauen so schwer, jemanden zu finden, der ihnen glaubt, geschweige denn zu flüchten“, sagt die 54-jährige, gebürtige Steirerin, die es der Liebe wegen in Linz hielt. Nach dem Studium an der JKU arbeitete Rackl beim Arbeitsmarktservice, zuständig für Berufswiedereinsteiger. „Damals war ich immer wieder mit der Thematik Gewalt an Frauen konfrontiert. Das hat mich nicht mehr losgelassen“, erzählt Grete Rackl, die inzwischen für die Verwaltung und Finanzierung des Frauenhauses Linz mit 17 Wohneinheiten zuständig ist.

Sich in der Freizeit von der verantwortungsvollen Arbeit zu distanzieren, schafft die Bodenständige und Nervenstarke, wie sie Kolleginnen charakterisieren, in der Natur. Beim Wandern auf den Bergen rund um den Attersee und beim Golfspielen (Handicap 28) und beim Lesen – aktuell „Der Metzger“ von Thomas Raab – kann die Verheiratete am besten abschalten.

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Artikel Valentina Dirmaier 13. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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