Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 16. Dezember 2017, 06:17 Uhr

Linz: 0°C Ort wählen »
 
Samstag, 16. Dezember 2017, 06:17 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Ausnahmezustand auch in den Spitälern

RIED, BRAUNAU. "Niemand bei uns im Haus hat bisher so eine Situation erlebt" – so beschreibt der ärztliche Leiter des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Ried, Johannes Huber, die dramatischen Stunden nach der Zeltkatastrophe in St. Johann am Walde in der Nacht zum Samstag.

Ausnahmezustand auch in den Spitälern

Die Überreste der tragischen Zeltfestnacht sind bereits beseitigt. Nun beginnt das "innere Aufräumen". Bild: Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Nicht nur jene Personen, die mit Rettungswagen eingeliefert wurden, mussten versorgt werden: "Es hat einen großen Ansturm von Patienten gegeben, die selbst zu uns gekommen sind", berichtet Johannes Huber, der die interne Einsatzleitung im Spital innehatte. Viele seien noch unter Schock gestanden und hätten wie in Trance gewirkt. "Wir haben innerhalb kurzer Zeit rund 30 bis 40 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einberufen – vom ärztlichen Personal und Pflegepersonal über Sekretariatsmitarbeitende bis zum Transportdienst für die Patienten." 66 Personen wurden in der Nacht behandelt, zwei von ihnen wurden in Spezialkliniken gebracht. Derzeit sind nach Auskunft Johannes Hubers noch acht Patienten in stationärer Behandlung, davon eine Person auf der Intensivstation und eine Person auf der Herzüberwachung.

Trauer und Mitgefühl gebe es auch wegen der getöteten Alexandra P. (19) aus Höhnhart, die in Ried den FH-Lehrgang für Krankenpflege besucht hatte. In der Intensivstation des Braunauer Krankenhauses schwebt ein junger Mann noch immer in Lebensgefahr. Er hat schwere Kopfverletzungen erlitten. Dass er noch in der Unglücksnacht von einem Neurochirurgen operiert werden konnte, ist auf den Alarmplan zurückzuführen, der laut dem ärztlichen Leiter des St.-Josef-Krankenhauses, Hans Schöppl, perfekt funktioniert hat. Zehn zusätzliche Ärzte, weiteres Pflegepersonal, Assistenten und Sekretärinnen kamen sofort in den Dienst, die meisten waren schon einsatzbereit, bevor die Patienten eintrafen. "Wer konnte, ist gekommen, viele auch ganz selbstverständlich aus dem Urlaub", sagt Schöppl.

Die ganze Nacht wurde gearbeitet, die 39 Patienten, die eingeliefert wurden oder kamen, wurden sofort versorgt. Fünf Verletzte sind noch in stationärer Behandlung, drei davon bereits durchgehend seit der Einlieferung. Am Montagmorgen haben noch einige Opfer die Unfallambulanz des Braunauer Krankenhauses aufgesucht, zwei davon wurden stationär aufgenommen. (rokl, mora)

Kommentare anzeigen »
Artikel 22. August 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Oberösterreich

"Papa, ist Mama im Himmel?"

LEOPOLDSCHLAG. OÖN-Christkindl hilft vor Weihnachten: Krebserkrankung nahm Theo (2) die Mama.

"Unbefriedigend, risikoreich": Der IT-Stau im Linzer Rathaus

LINZ. Weil die IT-Gesellschaft der Stadt externe Projekte wie die Uniklinik betreut, stocken EDV-Projekte ...

Kein Dave Ryding, keine britischen Ski-Meisterschaften mit 500 Startern

HINTERSTODER/LINZ. Ex-LASK-Präsident Peter-Michael Reichel hatte den britischen Skistar vor zwei Jahren in ...

Ein kleines Wunder namens Emir

Eine junge Frau mit künstlicher Blase bekam ein gesundes Baby, der betreuende Arzt Mark Koen vom ...

Günter Rombold: "Sein Herz hing an der Kunst"

"Kunst ist die Sprache der Religion. Auf sie verzichten heißt sprachlos werden." So fasste Günter Rombold ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!