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Oberösterreich

Antike-Fans, die nicht von gestern sind

Peter Glatz und Andreas Thiel gaben ein europaweites Lateinbuch heraus.

„Wir wollen mit dem Buch aufzeigen, dass die Antike die prägende Kraft Europas ist und die nationalen Kulturen verbindet.“ Peter Glatz, 49, Lateinlehrer aus Leonding (l.), verfasste mit Andreas Thiel aus Wartberg ein Europa- Lateinbuch Bild: privat

Beim Thema „Latein“ läuft bei sehr vielen Menschen ein ganz bestimmter Film ab, dessen Inhalte meist mit Ablativus absolutus, Vokabelstrebern und Sätzen wie „puella cantat“ zu tun haben. Dass es auch anders geht, beweisen Peter Glatz und Andreas Thiel. Die zwei Lateinprofessoren gaben soeben ein Lehrbuch mit dem Titel „European Symbols“ heraus. „Wir wollen aufzeigen, dass die Antike nach wie vor die prägende Kraft Europas ist und die nationalen Kulturen verbindet“, sagt Peter Glatz.

Das versuchen die beiden anhand von Bauwerken und historischen Persönlichkeiten aus 20 Nationen Europas darzustellen. Für Österreich wurde die Wiener Karlskirche ausgewählt. Sie verfügt über zwei riesige Säulen: „Diese sind unter anderem eine Anspielung auf die Marc-Aurel-Säule in Rom“, erklärt Glatz, der am Stiftsgymnasium Wilhering und der Pädagogischen Hochschule der Diözese tätig ist und die Vereinigung von Oberösterreichs Lateinlehrern leitet. Jedes europäische Symbol wird von einem Lateinlehrer des jeweiligen Landes auf sechs Seiten mit lateinischen Texten, Vokabeln und Interpretationsfragen dargestellt. Arbeitssprache des Oberstufen-Lehrwerks ist Englisch. „Wir wollen, dass das Buch in ganz Europa eingesetzt werden kann“, sagt Andreas Thiel, der am Linzer Stiftergymnasium Latein, Englisch und Informatik unterrichtet.
Die zwei Antike-Fans kennen einander seit dem Studium in Salzburg. Sie arbeiteten an vielen gemeinsamen Projekten, etwa einem Buch zur Zentralmatura oder an der Plattform lateinforum.at, die 750 Lateinlehrer nutzen. Die Antike könne für die Gegenwart, etwa die Flüchtlingskrise, Orientierung geben, sagt Thiel, der in Wartberg/Aist wohnt. „In den alten Texten sehen wir, wie willkürlich nationale Grenzen sind. Die Europa-Idee war immer dann relevant, wenn es von außen Bedrohungen gab.“

Das Buch „European Symbols“ wird am 11. Oktober ab 11 Uhr im Linzer Ars Electronica Center präsentiert. Infos: euroclassica.eu

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Artikel Herbert Schorn 22. September 2015 - 00:04 Uhr
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