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Oberösterreich

18-Jährige vergewaltigt: Wie gefährlich ist Linz?

LINZ. Dieses Verbrechen schockiert Oberösterreich – und es ist weiterer Zündstoff in der ohnehin emotional geführten Debatte: Wie sicher ist Linz?

18-Jährige in Keller gezerrt und vergewaltigt: Polizei hofft auf DNA-Spur

Unter den Folgen einer Vergewaltigung leiden die Opfer oft ein Leben lang. Bild: Symbolfoto: Colourbox

Eine 18-Jährige wurde von zwei Männern in den Keller eines Hauses in der Linzer Dinghoferstraße gezerrt und dort vergewaltigt. Bei den Tätern soll es sich laut Aussagen des Opfers um Männer "wahrscheinlich arabischer Herkunft" handeln. Im März war es eine Vergewaltigung auf offener Straße in Salzburg, die Schlagzeilen machte. Im Mai schockierte die Vergewaltigung einer 15-Jährigen durch Asylwerber in Tulln die Republik. Ist Linz, ist Österreich für Frauen unsicherer geworden?

Die Zahl der angezeigten Fälle und Verurteilungen in der Kriminalstatistik belegt das nicht. Doch gerade zuletzt häuften sich Fälle, bei denen Frauen auf offener Straße attackiert und Opfer einer Vergewaltigung wurden. Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer (FP) forderte neuerlich mehr Personal für die Linzer Polizei und kritisierte zudem die "vollkommen verfehlte Zuwanderungspolitik der Regierung".

18-Jährige in Keller gezerrt und vergewaltigt

Niemand in der Dinghoferstraße will etwas gesehen oder gehört haben. Zwei (vermutlich ausländische) Männer haben am 9.Juni in den frühen Morgenstunden eine 18-Jährige an der Kreuzung mit der Lustenauerstraße wegen einer Zigarette angesprochen. Danach drückten sie der jungen Frauen einen Gegenstand gegen den Rücken und zwangen sie, mit ihnen in den Keller eines Wohnhauses zu gehen. Die 18-Jährige ging davon aus, dass die beiden Männer ihr eine Schusswaffe gegen den Rücken drückten und folgte den Anweisungen

Im Keller fielen die beiden Männer laut Polizei über die 18-Jährige her. „Sie sind besonders brutal vorgegangen“, sagt ein Ermittler. Nachdem sich die beiden Männer an ihre vergangen hatten, beraubte sie ihr Opfer auch noch. Mit ihrer Geldbörse und ihrem Mobiltelefon flüchteten sie vom Tatort.

Einen Tag später zeigte die 18-Jährige die Tat an. „Sie konnte den Keller im Detail beschreiben, das Haus aber nicht“, sagt Polizeisprecher David Furtner. Zwei Tage lange fuhren Ermittler des Stadtpolizeikommandos mit der jungen Frau die Gegend ab. Bis sie schließlich den Keller entdeckten. Dutzende Anrainer wurden seither befragt. Verwertbare Hinweise brachte das aber keine.

Die Polizei wurde in den vergangenen Tagen dafür kritisiert, dass der Fall erst nach mehr als einer Woche den Medien kommunziert wurde. „Wir kannten anfangs nicht einmal den Tatort. Hätten wir das öffentlich gemacht, hätten wir riskiert, dass die Täter zurückkommen und Beweise vernichten“, stellt Furtner klar. „Welche Schritte ermittlungstaktisch nötig sind, entscheidet die Polizei allein. Da bitten wir um Verständnis.“
Die Hoffnung der Ermittler ruhen nun auf Spuren der Täter, die womöglich auf der Kleidung der 18-Jährigen zurückgeblieben sind. „Diese Auswertung wird noch einige Tage dauern“, sagt Furtner.

Ihre Peiniger beschrieben

Die 18-Jährige konnte ihre Peiniger beschreiben: Ein etwa 1,75 Meter großer, mindestens 100 Kilo schwerer Mann zwischen 28 und 35 Jahre alt mit dunklen, kurzen und leicht gewellten Harren und ein etwas jüngerer, dünner Mann ebenfalls mit leicht gewellten, dunklen Haaren. Die junge Frau vermutet, dass es sich bei den Tätern um Männer aus dem arabischen Raum gehandelt hat.

Vergewaltigungen: Wer sind die Täter?

Vergewaltigungen: Wer sind die Täter?

Die überwiegende Mehrheit der Täter ist männlich. Der Anteil der Frauen liegt unter einem Prozent. Im Jahr 2014 waren unter 726 mutmaßlichen Vergewaltigern lediglich fünf Frauen.

Der Anteil der ausländischen Täter und Verdächtigen liegt höher als jener in der Wohnbevölkerung. 2014 hatten bundesweit 41 Prozent der angezeigten Vergewaltiger keinen österreichischen Pass.

Laut Kriminalstatistik ereignen sich fast 80 Prozent der Übergriffe innerhalb der Familie oder des Bekanntenkreises.

17 Prozent der Ausländer, die einer Vergewaltigung verdächtigt wurden, waren im Jahr 2014 Asylwerber. Türken (48 Verdächtige) und Rumänen (24 Verdächtige) waren gefolgt von den Deutschen (22 Verdächtige) die am stärksten vertretenen Nationalitäten.

Nur in wenigen Fällen kommt es zu Verurteilungen. Im Schnitt ermittelt die österreichische Polizei pro Jahr gegen 700 verdächtigte Vergewaltiger. Zwischen 90 und 120 werden davon verurteilt.

Ermittler betonen, dass die Dunkelziffer bei Sexualstraftaten weit höher liegen dürfte. Viele Fälle werden wegen des engen Verhältnisses zwischen Täter und Opfer niemals angezeigt.

Schockierende Fälle in Linz, Tulln und Salzburg

Mehrere Vergewaltigungsfälle haben in jüngerer Vergangenheit die Österreicher schockiert. Dabei handelt es sich um Fälle, in denen junge Frauen auf offener Straße attackiert und missbraucht worden sein. Gekannt haben sich Täter und Opfer vorher nicht:

1.Fall: Am 25. April wurde eine 15-Jährige in Tulln vergewaltigt. Zwei verdächtige Asylwerber aus Afghanistan und Somalia wurden anhand von DNA-Spuren überführt und festgenommen. Sie sind in Haft.

2. Fall: Ein 32-jähriger Marokkaner ist in Haft, weil er am 19. März in den frühen Morgenstunden im Bereich der Linzer Gasse in Salzburg eine 21-Jährige mehrfach missbraucht haben soll. Er konnte knapp zwei Wochen später in Tirol festgenommen werden.

3.Fall: Ein 35 Jahre alter Algerier, der im April 2016 eine 41-Jährige vergewaltigt und im Gesicht schwer verletzt hatte, wurde im März 2017 am Landesgericht Linz zu 13 Jahren Haft verurteilt. .

4.Fall: In der Silversternacht las in Wien eine Gruppe von Irakern eine betrunkene deutsche Touristin auf und brachte sie in eine Wohnung, wo sie von acht Männern stundenlang vergewaltigt wurde. Die Täter wurden zu Haftstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt.

5.Fall: Am vergangenen Freitag soll eine 35-Jährige am frühen Nachmittag von einem 38-jährigen, obdachlosen Slowaken in der Linzer Mozart-Tiefgarage vergewaltigt worden sein. Täter und Opfer hatten sich zwei Tage zuvor kennengelernt. Der Beschuldigte hatte zur Tatzeit 2,6 Promille. Er ist in Haft und bestreitet die Vorwürfe.

 

 

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Artikel nachrichten.at/hip 19. Juni 2017 - 18:26 Uhr
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