Denn insgesamt 27 Vorrangzonen weist der am Montag - wie berichtet - einstimmig in der oberösterreichischen Landesregierung beschlossene „Masterplan Wind“ aus. Diese Areale haben Experten nach mehreren Gesichtspunkten bestimmt: keine Natur-, Tier- und Landschaftsschutzinteressen, keine Wohngebäude im Umkreis von 800 Metern und eine Mindestwinddichte von 180 Watt je Quadratmeter in 130 Metern Höhe.
„Außerdem muss die betroffene Gemeinde zustimmen, und es dürfen im Zuge des Bauverfahrens keine neuen Ausschließungsgründe auftauchen“, sagte Umwelt- und Energie-Landesrat Rudi Anschober gestern bei der Präsentation. Er hofft, dass die Windkraftleistung in Oberösterreich mit dem Masterplan zumindest vervierfacht wird. Das wären plus 100 Megawatt und eine Investition von 150 Millionen Euro.
Der Großteil der Landesfläche wurde im Gegenzug zur Ausschlusszone erklärt, vor allem das Bergland, Naturschutzgebiete und Uferzonen von Gewässern.
Das Projekt Munderfing im Kobernaußerwald ist von der Raumordnung weitgehend abgesegnet (sechs Räder, 18 Megawatt). Ebenfalls im Bezirk Braunau: Das Projekt Schachawald bei Altheim (vier Räder) ist nun Vorrangzone; es gibt aber noch keinen offiziellen Bauantrag. „Die Verfahren sollen rasch umgesetzt werden. Das wollen Gegner wie Befürworter“, sagt Raumordnungs-Landesrat Viktor Sigl.
Das Projekt Schenkenfelden, hinter dem deutsche Investoren stehen, liegt in keiner Vorrangzone und ist damit verunmöglicht. Bei drei heiklen Arealen sprachen die Experten noch kein endgültiges Urteil; im Fall eines Projektantrags soll das Behördenverfahren entscheiden. Davon betroffen ist das Bauvorhaben Eiskogel zwischen Alm- und Kremstal. Naturschutz-Landesrat Manfred Haimbuchner macht den Interessenten schon heute keine Hoffnung: „Das hätte eine massive Wirkung auf den Eingang in die Voralpen.“
Ebenfalls einer gesonderten Prüfung bedürfen Reichraming Süd und Stubau-Feichteck (Gemeinden Gaflenz – Weyer).
Vorrang habe der Ausbau bestehender Standorte, stellen die Landespolitiker fest. Das begrenzt die Folgen für die Landschaft und erhöht die Wirtschaftlichkeit. So gibt es für den Sternwald – derzeit größter Windpark mit sieben Rädern zu je zwei Megawatt – ein Ja zu drei neuen Rädern.
Die zwei bestehenden Räder in Windhaag bei Freistadt werden keine Kompagnons bekommen. Der Standort „Freiwind“ ist keine Vorrangzone. Geplant waren acht neue Windräder. (le)
Präsentation Windmasterplan: PDF

auf den nächsten Aufzug in diesem Theater gespannt. Da ist noch lang nicht "Aller Tage Abend"!
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