In Indonesien ist die Nachfrage nicht nur bei Straßenhändlern groß, auch der Fasermarkt läuft hervorragend. (uru) Bild: uru
Die Nachfrage der Modeindustrie nach Stoffen steigt wieder kräftig an. Der Baumwoll-Preis erreicht lichte Höhen (trotz sinkender Nachfrage, auf Grund von Spekulanten) und die Nachfrage nach Viskose- und Spezialfasern aus Zellstoff (Holz) zieht kontinuierlich an.
Die Lenzing-Gruppe profitiert davon, die Maschinen laufen auf Volllast, die Finanzierung kann den Investitionsplänen kaum folgen. In den ersten drei Monaten des Jahres spiegelte sich das in einem zum Vorjahresquartal ein Drittel höheren Umsatz (377 Millionen Euro) sowie in einem positiven Betriebsergebnis von 49,7 Millionen Euro (nach minus 1,9 Millionen).
Stark in der Nische
Lenzing ist in einer Marktnische tätig, Viskosefasern machen fünf Prozent des Gesamtfasermarktes aus. Doch in dieser Nische ist Lenzing stark und Technologie-Vorreiter. Nicht umsonst investiert die Gruppe in den Ausbau ihrer Standorte wie den indonesischen unweit der Hauptstadt Jakarta, an dem heute, Mittwoch, die Erweiterung des bestehenden Werkes offiziell abgeschlossen wird.
Das gemeinsam mit South Pacific Viscose betriebene Faserwerk sei jetzt „die größte Viskoseproduktion der Welt und das größte Investment in der Geschichte des Unternehmens“, sagte Wolfram Kalt, Leiter des Standortes.
Ein Drittel der Konzernproduktion stammt aus Indonesien. Weltweit werde sich die Textilindustrie und somit auch die Faserproduktion noch weiter in die Entwicklungsländer verlagern, so Vorstand Fritz Weninger.
Die Grundstoßrichtung des Konzerns bleibt also Asien. Keine guten Voraussetzungen für den oberösterreichischen Standort Lenzing oder den burgenländischen in Heiligenkreuz? Vorstand Peter Untersperger versichert, dass Österreich die „High-Tech-Schmiede“ bleibe. Auch in Österreich werde weiter investiert und die Kapazität erhöht, doch verschiebe sich der Anteil zugunsten der Spezialfasern (Modal, Tencel). Der Vorteil des Standortes Lenzing sei, dass der Faserrohstoff Zellstoff vor Ort produziert wird und nicht zugekauft werden muss. „Das ist sehr wettbewerbsfähig.“ Freilich schließt das Management nicht aus, sich auch in Asien nach einem Zellstoffwerk umzusehen.
In Indien, der Heimat des Hauptkonkurrenten Birla, wurde bereits ein Grundstück für ein neues Werk (170 Millionen Dollar Investition) gekauft, die Genehmigungen wurden mittlerweile erteilt. Einzig die Finanzierung steht trotz liquider Mittel von mehr als 100 Millionen Euro noch nicht. Die will Untersperger bis Ende des Jahres aufstellen.