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Sturm über größtem Windkraftprojekt

BRAUNAU/LINZ. Klimaschutz, umweltfreundliche Energie und Arbeitsplätze versprechen die Errichter. Von Zerstörung der Natur, volkswirtschaftlichem Unfug und sogar Bestechung reden die Gegner. Das Projekt des größten oberösterreichischen Windparks, im Kobernaußerwald, wirbelt Staub auf.

Seit 2003 versucht die Energiewerkstatt Munderfing GmbH, in dem Wald an der Bezirksgrenze von Braunau und Ried einen Windpark mit 30 Rädern zu errichten. Projektname: Silventus. Als sich Probleme mit dem Umwelt- und Naturschutz abzeichneten, wurde das Projekt auf 13 Anlagen gekürzt. Obwohl Natur-, Umwelt- und Maschinengutachten negativ sind (Letzteres wegen Gefahr von Waldbränden und Bedrohung für Wanderer wie Forstarbeiter), will der zuständige Landesrat, Rudi Anschober (Grüne), die Umweltverträglichkeitsprüfung positiv abschließen. Alle negativen Fakten würden durch das Plus im Klimaschutz und die Wertschöpfung aus dem Bau und Betrieb aufgewogen, sagt er.

Der Verein zum Schutz des Kobernaußerwaldes konzentriert sich zwar auf die ökologischen Probleme, spricht aber auch wirtschaftliche Bedenken an. Obmann Günther Hertwich: „Die spezifische Energieausbeute wird nur 700 Kilowattstunden pro Quadratmeter Windradfläche und Jahr ergeben. An guten Standorten in Ostösterreich sind es 850 bis mehr als 1000, in windstarken Küstenregionen das Doppelte.“ Silventus decke nur 0,01 Prozent des österreichischen Energiebedarfs; dafür würde der größte zusammenhängende Wald des Landes geopfert.

Joachim Payr, Geschäftsführer der Energiewerkstatt, spricht von „einem der besten Windstandorte in Oberösterreich“. Sein Unternehmen hat international Windparks mit 500 Megawatt Leistung geplant und abgewickelt. Derzeit schaukelt es Projekte mit 400 Megawatt in Österreich, 800 im Ausland, vor allem am Schwarzen Meer. Auftraggeber sind Stromkonzerne wie Verbund und Kelag. „Schauen Sie sich das wirtschaftliche Potential von Silventus an. Wir müssen als Energiewerkstatt auch in Oberösterreich etwas vorzeigen“, sagt Payr.

Es geht um Ökostrommittel

„Trotzdem ist das volkswirtschaftlicher Unsinn. Das Kapital gehört dort investiert, wo es am meisten Ertrag bringt“, sagt Hans Aschenberger von der Bürgerinitiative. Windparks werden laut internationalen Erkenntnissen nicht in Wäldern errichtet, weil wegen der Oberflächenrauigkeit der Wind gebremst werde.

Die Windkraftgegner erhalten überregional Unterstützung. „Wir sind für erneuerbare Energie. Österreich ist aber kein Land der Windkraft, sondern der Wasserkraft“,, sagt Joachim Haindl-Grutsch von der Industriellenvereinigung. Sorgfalt sei nötig, schließlich gehe es um Ökostromzuschläge, die Unternehmen wie Konsumenten mit jeder Kilowattstunde Strom zahlen müssen. Alles mit Umsätzen und Arbeitsplätzen zu rechtfertigen, sei absurd: „Da könnte man mit Fördergeld den größten Unfug unterstützen.“

Bestechung im Gemeinderat?

Die Emotionen gehen in der Region hoch. Die Bundesforste als Grundeigentümer und die Energiewerkstatt versprachen den drei betroffenen Gemeinden 40.000 Euro pro Windrad, wenn sie der Flächenumwidmung im Wald zustimmen. Das wirkte in Lohnsburg. Als sich in der Vorwoche in Lengau Protest regte, zog der Staatsbetrieb seinen Antrag zurück. Vorerst bis Herbst, bis sich der Wirbel lege.

Geld für eine Amtshandlung: Das könnte strafrechtlich relevant sein. „Das kann doch nicht sein, dass ein Bürgermeister oder eine Flächenwidmung käuflich sind“, sagt Aktivist Erich Stütz. Der Gemeinderat in Lengau hat trotz der verlockenden 280.000 Euro (für sieben Räder) widerstanden.

Joachim Payr sagt, das Geld sei eine „soziale Ausgleichsmaßnahme“, so wie sein Unternehmen im Wald auch ökologische plane, zum Beispiel den Bau von Biotopen.

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Bestechung · von Pilatus (9274) · 03.05.2010 23:49 Uhr

Es darf wohl auch hinterfragt werden, ob da nicht so mancher GRÜNER das Handerl aufhält, natürlich gilt die Unschuldsvermutung.

Aber es ist makaber, wenn sich ein "GRÜNER LANDESRAT" für Windradln einsetzt, die eine sehr geringe Ausbeute liefern, das Panorama verschandeln und in vielleicht in 10 Jahren als Sondermüll entsorgt werden müssen.

Natürlich ist die Betreiberfirma nach Erhalt sämtlicher Förderungen dann in Konkurs und die Bevölkerung darf mit ihren Steuern auch noch das Abwracken finanzieren.

Anschober soll doch einmal mit seinem Geld eine entsprechende Bankgarantie hinterlegen ........ das wird er aber nicht, weil auch ihm das Hemd näher ist als die Hose.

Aber man sieht wieder einmal deutlich, dass der Ex-Lehrer Anschober für den Job eines Umweltlandesrates keinerlei Qualifikationen mitbringt, ja deutlich gesagt - einfach ungeeignet ist.

Aber als Abstimmungswurschtl für Pühringer tut er´s noch immer.

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Gegen alles kann mann nicht sein · von snugs (476) · 02.05.2010 19:23 Uhr

Würde man diesen Leuten ein Atomkraftwerk vor die Tür stellen passt es auch nicht. Ein Wasserkraftwerk vor ihrer Haustüre würde sicherlich auch Probleme bringen. Aber den Strom aus der Steckdose, denn wollen alle. Wenn wir nicht bereit sind, unseren Energieverbrauch zu senken, dann müssen wir Energiequellen erlauben. Wer gegen alles ist, zeigt das von sehr geringem Verstand.

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Artikel 30. April 2010 - 00:04 Uhr
Von Josef Lehner
Bild vergrößern Windkraft

Symbolbild Windkraft  Bild: Volker Weihbold

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