Hektisch verlief der gestrige Nachmittag für die Masseverwalter. Erst wurde in der kurzfristig von Montag vorverlegten Gläubigerausschuss-Sitzung beschlossen, die Investoren-Gruppe um Martin Lenz müsse bis Montag eine in solchen Fällen übliche Geheimhaltungserklärung unterschreiben – sonst gebe es keine weiteren Verhandlungen.
Der Rechtsanwalt von Lenz hatte diese Unterschrift zuerst verweigert, die Strafe bei Zuwiderhandeln von 100.000 Euro sei inakzeptabel. Am späten Freitag Abend erhielt Quelle-Masseverwalter Erhard Hackl dann doch die geforderte Unterschrift von Lenz und dessen Investoren-Gruppe.
Enormer Zeitdruck
Nun wird ab Montag über eine Übernahme von Unternehmensteilen verhandelt. Noch habe Lenz allerdings nicht angedeutet, welchen Teilen aus der Quelle-Insolvenz sein Interesse gelte. Die Verhandler haben Zeitdruck: Bis Freitag, 27. 11., müsse eine Einigung erzielt werden, sagte Masseverwalter Hackl.
Inzwischen sind auch alle rund 1100 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet. Die ersten Kündigungen könnten damit unmittelbar vor Weihnachten, am 17. Dezember, erfolgen.
Zudem wird das Problem, dass die Masseverwalter nicht zu den Kundengeldern kommen, immer brisanter. Die OÖN haben gestern berichtet, dass die holländische Factoring-Bank, mit der der Quelle-Konzern gearbeitet hatte, kein Geld freigibt. Dieses Geld aus Kundenforderungen brauchen die Masseverwalter, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die komplizierten Vereinbarungen mit der Tochterbank der ABN-Amro könnten sich auch bei Verhandlungen mit Lenz als Hürde für eine Übernahme erweisen, heißt es.
Interessent Mike Lielacher
Inzwischen lichten sich die Nebel um den zweiten Interessenten. Hackl hat OÖN-Informationen bestätigt, wonach es sich um Michael „Mike“ Lielacher handelt. Hackl und Lielacher kennen einander aus einem früheren Konkursverfahren, wo der frühere „Börsen-Bulle“ ebenfalls als Interessent aufgetreten ist. Lielacher spricht angeblich mit den Vorständen. Mit den Masseverwaltern hatte Lielacher noch keinen Kontakt.
Der Aktienprofi war Anfang der 1990er Jahre an der Wiener Börse erfolgreich. Später folgten Betrugsanzeigen. Mit seiner „Bluebull AG“ meldete er sich 2001 wieder zurück. Dazu gehörte auch das Linzer Call-Center CLC, das 2004 in Konkurs ging. Auch die Bluebull AG scheiterte kurze Zeit später. Laut Medienberichten baut der 50-Jährige eine Investmentbank auf, die „Your Merchant Bank (YMB)“. Zu deren Schwerpunkten soll „Restructuring Business“, also Sanierung, gehören.
Es ist schade um die Zeit , dass der MV Dr. Erhard Hackl mit Herrn Martin Lenz verhandelt. Wenn man die Vergangenheit sich ansieht, dann kann man dies sehr leicht ersehen warum.
so traurig es auch ist....hier geht es echt um die Nerven der MA.
Der ganze Zirkus ist sicher gut - um die Ware derzeit noch zum normal Preis an den Mann (Frau) zu bringen.
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