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Bild vergrößern Ein Jahr neues Rektorat in Linz<br/>

Rektor Richard Hagelauer

  Bild: Weihbold

LINZ. Die Johannes Kepler Universität und die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich pochen auf ein Kunststofftechnik-Masterstudium in Linz. Das Wissenschaftsministerium erlaube im Gegensatz zur Uni Leoben nur ein Bachelorstudium, erklärte Rektor Richard Hagelauer in einer Pressekonferenz am Donnerstag.

In der Steiermark habe es in den vergangenen sieben Jahren jährlich nur 15 Absolventen gegeben. Die Kunststoffindustrie brauche aber bundesweit 100 Fachkräfte. Hagelauer fordert von Minister Johannes Hahn (V) eine rasche Entscheidung.

"In Leoben wird sehr viel negative Stimmung gegen Oberösterreich gemacht", kritisierte Sparteingeschäftsführer Heinz Moosbauer. Dabei wolle Linz der Steiermark nichts wegnehmen, sondern sei einfach Österreich Kunststoff-Standort Nummer eins. Hagelauer verwies auf die enge Kooperation seiner Uni mit der OMV-Tochter Borealis, die 3 Mio. Euro für das seit diesem Jahr angebotene Kunststofftechnikstudium zur Verfügung stellt. Das Unternehmen suche aktuell für den Standort Linz 80 Fachkräfte, die selbst europaweit schwer zu finden seien. Diese Lücke soll mit dem Studium geschlossen werden.

Lediglich knapp 4 Prozent des gesamten Budgets für die österreichischen Universitäten würden nach Linz fließen, so Spartenobmann Anton Helbich-Poschacher. "Die Gießkanne ist da nicht das Prinzip." Aus diesem Grund brauche es eine Bündelung der Kräfte, man habe gemeinsam ein Forderungsprogramm ausgearbeitet. Helbich-Poschacher berichtete beispielsweise von einer steuerlichen Diskriminierung, die beseitigt werden müsse: Während es für die Eigenforschung in den Betrieben keine betragsmäßige Höchstgrenze gebe, sei die Auftragsforschung mit 100.000 Euro pro Unternehmen gedeckelt. Zudem gelte es, die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auszubauen, die Industrie verstärkt an geistigem Eigentum zu beteiligen und die F&E-Infrastruktur der Universitäten zu modernisieren.

Dem Spartenobmann schwebt zudem eine Art Belohnungsschlüssel vor: Als Motivation sollten jene Unis, die über besonders hohe Drittmittel verfügen, auch mehr Geld vom Bund erhalten. Hagelauer bezifferte das heurige Budget mit 87 Mio. Euro. Etwa ein Drittel der laufenden Aufwendungen komme aus Drittmittelprojekten, 500 Forschungsmitarbeiter würden dadurch finanziert. Bei idealen Rahmenbedingungen wäre in den kommenden zwei, drei Jahren eine Erhöhung der Mittel auf 50 Mio. Euro vorstellbar, erklärte Hagelauer.

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