„Nach der Krise wird nichts mehr so sein wie vorher“, darüber waren sich die Referenten beim Forum der Sparte Information und Consulting (IC) einig. Unternehmer müssen sich aktiv auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen.
„Individualität, Flexibilität und Mobilität sind die Schlagwörter, die die Arbeit der Zukunft beschreiben“, sagte Zukunftsforscher Peter Zellmann in seinem Vortrag. „Ganz oben wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen“, sagte Zellmann. Stichwort: Freizeitorientierung. Berufs- und Arbeitsplatzwechsel, Teilzeitarbeitsmodelle, mehr Tele- und Heimarbeit und mehr Eigenverantwortung kommen auf die Betriebe zu.
Laut einer aktuellen Studie seien zwei Drittel der Österreicher bereit, für zwanzig Prozent weniger Arbeitszeit auch zehn Prozent weniger Lohn in Kauf zu nehmen. „Das ist doch ein Ansatzpunkt“, sagt Zellmann.
„Die Wochenarbeitszeit sinkt, flexible Arbeitszeitmodelle werden immer mehr“, schilderte auch Kari Kapsch, Vorstand der Kapsch AG. Sein Erfolgsrezept als Unternehmer: „Man darf nicht reagieren, man muss antizipieren – sonst ist es zu spät.“ Es liege in den Händen der Betriebe, jetzt die Zukunft aktiv zu gestalten, zum Beispiel mit intensiver Forschung.
Vom Erfolg verwöhnt
„Die Kunst für Unternehmer ist es, mit unerwarteten Veränderungen umgehen zu können“, sagte auch Buchautor Klaus Woltron. Dies zeige sich in der Krise besonders. „Wir waren vom Erfolg der vergangenen Jahre zu verwöhnt, dass wir geglaubt haben, es gehe endlos so weiter. Wir müssen vor allem unseren Kindern wieder lehren, dass man sich Dinge erarbeiten muss, bevor man sie genießt“, sagte er.
„Österreich hat innovative Entwicklungen aufzuweisen. Damit können künftig immer mehr die kleinen und mittleren Unternehmen punkten“, erzählte Heidemarie Schutt, Organisationsentwicklerin bei Accenture, aus ihrer Erfahrung. Die Welt entwickle sich zur Dienstleistungsgesellschaft. Da haben kleinere Firmengrößen durchaus auch Vorteile.
„Da hinken wir in der Ausbildung noch gehörig hinterher“, sagte Zellmann. Das Bildungswesen sei noch nicht auf das Dienstleistungszeitalter abgestimmt. „Pointiert gesagt: Wir haben jahrelang die besten Fachidioten produziert. Die sind wenig flexibel und mit Berufswechsel nun oft überfordert“, ist Kapsch kritisch. Jetzt brauche es neben Kompetenz vor allem Freundlichkeit, Demut und Mobilität.
Eine weitere Herausforderung werde die demografische Entwicklung sein. „Unternehmer werden sich auf die sich ändernden Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer einstellen müssen“, sagt Schutt. Zusätzlich müssten die Jungen lernen, gemeinsam mit den Älteren produktiv zusammenzuarbeiten.
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