Landeshauptmann Josef Pühringer betonte die Dringlichkeit: Am 2. Juni hat KTM den Antrag um Landeshaftung gestellt, am 3. Juni wurde das Gutachten des Wirtschaftsprüfers KPMG vorgelegt, der das Risiko einer solchen Haftung bewertete. Dann folgten die Detailverhandlungen, die folgendes Ergebnis brachten: Für einen Zeitraum von 5,5 Jahren haftet das Land Oberösterreich für einen Lombardkredit, den die KTM Power Sports aufnimmt. Das Haftungsausmaß beträgt 33,6 Millionen Euro.
4,25 Prozent Haftungsentgelt
Billig ist das für KTM nicht: 4,25 Prozent pro Jahr beträgt die Differenz zwischen einem Kredit mit Landeshaftung und einem teureren ohne Landeshaftung. Diese Differenz erhält das Land von KTM. Damit ist die EU-Bedingung erfüllt, dass der Kreditnehmer durch eine solche Bürgschaft keine Vorteile gegenüber anderen Mitbewerbern haben dürfe.
Dazu kommen Bedingungen wie: Keine Dividendenauszahlungen an die Eigentümer, solange die Haftung läuft, keine Bonuszahlungen an die Manager. Das Land erhält zudem als Sicherung Pfandrechte auf die Aktien der Produktionsgesellschaft.
Dafür sichert KTM zu, bis Jahresende den Beschäftigtenstand von 1500 Mitarbeitern in Oberösterreich zu halten, danach eine hohe Beschäftigung anzustreben und die Firmenzentrale hier zu belassen.
Der Finanzchef der Eigentümer, der Cross-Gruppe, Rudolf Knünz, sagt, die Landeshaftung sei alternativenlos gewesen. „Wenn wir die Anleihe nicht zurückzahlen können, dann haben wir über kurz oder lang ein Insolvenzthema.“ Nach drei Jahren könne KTM die Haftung kündigen. Pühringer räumt ein, dass die Gewähr der Haftung nicht ohne Risiko sei.
Der Motorradhersteller mit Sitz in Mattighofen ist nicht das erste Unternehmen, das eine solche Landeshaftung erhielt: Der erste Leitbetrieb war die Lenzing AG. Damit konnte der Verkauf an einen Konkurrenten abgewehrt werden. Die neuen Eigentümer erhielten einen Kredit für den Kaufpreis, für den teilweise – im Ausmaß von 350 Millionen Euro – das Land Oberösterreich haftet.
Zehn Kandidaten
Weitere zehn Unternehmen haben um Landeshaftungen angesucht: Neun davon kämen mit Haftungserklärungen von bis zu 7,5 Millionen Euro aus. Für Garantien bis zu dieser Höhe hat sich die Landesregierung vorsorglich einen Landtagsbeschluss besorgt. Darunter ist wieder ein KTM-Unternehmen: KTM-Motorrad-Chef Stefan Pierer hat erst vor kurzem die KTM Kühler einem Finanzinvestor abgekauft.
Ein Unternehmen bräuchte einen größeren Haftungsrahmen. Die Gespräche laufen. Knackpunkt seien die beizubringenden Geschäftspläne. Einige Betriebe verhandeln bereits seit April. (sib)
In einer ganzseitigen Anzeige verkündet Dr. Christoph Leitl: „Jetzt Impulse für die Kleinbetriebe setzen. Kleinbetriebe – das Rückgrat unserer Wirtschaft“. Abgesehen davon, dass wir diesen Satz schon x-mal gehört haben...egal, ist eben Wahlkampfzeit.
Ein wirklicher Impuls hingegen: KTM erhält eine großzügige Unterstützung (Haftung) der OÖ. Landesregierung. Läppische 300 Millionen Euro. Große Hilfe für große Unternehmen, schöne Ansprachen für kleine Unternehmen. Auch das kennen wir. Ist eben Wahlkampfzeit.
Wirklich merkwürdig wird aber die Landeshilfe, wenn man weiß, dass der KTM-Motor nicht nur wegen der Krise dermaßen arg stottert, sondern wegen hausgemachter Fehler. Jüngstes Beispiel dafür: KTM zieht sich von der Dakar-Ralley zurück. Genau dort, wo die über Jahre erfolgreich aufgebaute Kernkompetenz „Ready to race“ des Unternehmens liegt. Ein Lehrbeispiel von falscher Markenpolitik.
Erich Marschall
Geschäftsführer der Werbeagentur
E. Marschall KG
08/16 – ANDERS kom
Eine der Auflagen, den Personalstand bei 1500 unverändert zu lassen, hat ja KTM schon mal nicht eingehalten. Großartig wurde verkündet, die Kurzarbeit ist vorbei. Die haben nur aufgehört, um Leute entlassen zu können, und jetzt entlassen sie jedes Monat genau soviele Mitarbeiter, dass sie es nicht offiziell verlautbaren müssen. Hauptsache die Herren Aktionäre haben die Gewinne in den letzten Jahren abgeschöpft. Schon traurig, dass ein Konzern, dem es so gut gegangen ist keinerlei Rücklagen hat, und so schnell ins Trudeln kommt.
hat aber auch ktm in der vergangenheit nicht viel mehr maschinen verkauft. schuld ist, daß der boom bei geländemaschinen einfach zurückgegangen ist. schau dir mal die zulassungsstatistik der länder an, wo motocross maschinen gut verkauft wurden. (italien, frankreich, deutschland usw.)außerdem hat die entwicklung des zukünftigen rohrkrepierers x-bow viel geld verschlungen.
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