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Wenn Sattelzüge einem Delfin ähneln und Müllsammel-Lkw autonom folgen

LINZ. Die visionären Transport- und Logistikszenarien des MAN-Zukunftsforschers.

Wenn Sattelzüge einem Delfin ähneln und Müllsammel-Lkw autonom folgen

Ben Kraaijenhagen: "Müssen lernen, ganz anders zu denken" Bild: Kneidinger

Der zum VW-Konzern gehörende Nutzfahrzeugehersteller MAN, der in Steyr soeben erste Prototypen eines Elektro-Lkw ins Rollen bringt, arbeitet an weiteren zukunftsträchtigen Projekten. "Praxisbezogene Mitarbeit oberösterreichischer Logistiker ist dezidiert erwünscht", sagte Ben Kraaijenhagen, Zukunftsforscher von MAN. Er war diese Woche zu Gast beim Symposium des JKU-Instituts für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik, das sich visionären Logistikkonzepten widmete.

Kraaijenhagen nennt ein Beispiel: "Wir bauen einen Sattelzug, der sich aerodynamisch anpasst. Damit könnten Logistiker Leertransporte kompensieren und effizienter gestalten." Beim Projekt "Transformers" waren 23 Partner, darunter Iveco und Volvo, mit von der Partie. Sie entwickelten die ersten zwei aerodynamischen Sattelauflieger. Das Dach lässt sich je Erfordernis in der Höhe verstellen.

Ziel ist, durch die Reduktion des Luftwiderstandes den Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß um 25 Prozent zu senken. "Die beste Stromlinienform ist die eines Delfines", sagt Kraaijenhagen. Hohe Ladung werde im vorderen Bereich situiert, niedere hinten. Bei Beladung im Doppeldeck müsse die Höhe wieder so geplant sein, dass die Delfinform entstehe. "Jetzt wollen wir die dazu gehörigen Zugmaschinen bauen und zeigen, wie es gehen kann."

Allen voran Transport und Logistik stünden vor einem Paradigmenwechsel. "Wir müssen lernen, ganz anders zu denken. Die Meinung, eines passe für alles, müssen wir aufgeben", mahnt der Zukunftsforscher. Das gelte auch bei Kraftstoffen. "Wenn wir auch aus Kosten-Nutzen-Gründen noch lange den Diesel-Verbrennungsmotor brauchen, so werden wir künftig doch mit einem ganzen Portfolio an unterschiedlichen Kraftstoffen konfrontiert sein."

Elektroantrieb für die Stadt

Elektro-Fahrzeuge seien eine gute Lösung für den urbanen Bereich. Die Warenverteilung sollte über Verteilzentren außerhalb der Städte erfolgen. Ein Lkw in der Stadt werde künftig ein ganz anderes Fahrzeug sein als ein Lkw für die Autobahn. Kraaijenhagen: "Der Fahrer in der Stadt muss niedrig sitzen, damit er einen Überblick über Fußgänger und Radfahrer hat. Auf der Autobahn ist ein Hochsitzer besser."

Für das automatisierte bzw. autonome Fahren von Nutzfahrzeugen hat MAN rund 20 Anwendungen für sich definiert. Künftig könnte etwa ein Müllsammel-Lkw autonom jenem Menschen folgen, der die Mülltonnen bereit stellt – wie ein Hund seinem Herrl. Der Mitarbeiter ist nicht mehr Fahrer, sondern Betreiber des Gefährts.

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Artikel Susanna Sailer 11. November 2017 - 00:04 Uhr
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