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Wegen Schweinepest fürchten Bauern um die wichtigen Exporte nach China

LINZ. Seuche bislang auf Osteuropa beschränkt – Trotzdem Unruhe auf gesamtem EU-Markt.

Wegen Schweinepest fürchten Bauern um die wichtigen Exporte nach China

Effiziente Bejagung von Wildsauen soll Hausschweine schützen. Auf Menschen ist die Pest nicht übertragbar. Bild: Reuters

Die EU riskiert, beim Schweineexport die erst in den vergangenen Jahren aufgebaute, starke Marktposition in Ostasien zu verlieren, warnt Johann Schlederer, der Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse: "Wenn unsere chinesischen Abnehmer nicht spüren, dass die EU glaubwürdig gegen die Schweinepest vorgeht, werden wir als Lieferanten gesperrt. Dann wäre unsere Schweineproduktion hin."

"Die Afrikanische Schweinepest stellt im Schweinesektor die Seuche mit der höchsten Priorität dar", bestätigt der oberösterreichische Veterinärdirektor, Thomas Hain. Sie sei in den vergangenen Jahren Mittel- und Westeuropa näher gerückt, zuletzt sei sie im Raum Tschechien – Slowakei aufgetaucht, nur 70 Kilometer von der Grenze zu Niederösterreich entfernt. In dem Bundesland würden deshalb bereits Wildschweine untersucht, die Freiland- und Auslaufhaltung von Schweinen sei eingeschränkt worden. Von Wildschweinen und frei laufenden Hausschweinen gehe Gefahr aus.

Glaubwürdiger Seuchenschutz

Die Veterinärbehörden hätten Jäger, Landwirte und Tierärzte informiert und eine Verordnung für Schweinehalter erlassen, sagt Hain zur Vorsorge. Menschen können nicht angesteckt werden. Für den Vermarkter Schlederer ist all das zu wenig: "Mit einer großen Informationskampagne muss die EU allen, die nach Osteuropa reisen, die Gefahr bewusst machen, besonders auch den Saisonarbeitern." Sie sollten kein Schweinefleisch, keine Wurst und auch kein Wildbret nach Österreich bringen. "Es geht nicht darum, dass unsere Schweinebestände in Ställen angesteckt werden, sondern dass unseren Kunden und den Veterinärbehörden in China mit solchen Maßnahmen klar gemacht wird, dass die EU ernsthaft gegen die Seuche vorgeht." Kämen Zweifel auf, könne das verhängnisvoll sein.

Teurer Euro verschärft Gefahr

"Das Risiko ist groß", sagt Franz Reisecker, oö. Kammerpräsident und Vizepräsident des EU-Bauernverbandes Copa. Er weilt heute in Brüssel, um über Vorsorgemaßnahmen zu beraten: "Leider herrscht unter den Ländervertretern noch keine Einigkeit."

Für die Asiaten sei es einfach, die EU-Ware durch solche aus Brasilien und den USA zu ersetzen. Die hätte jetzt schon Preisvorteile, weil der Euro sich heuer um rund ein Zehntel verteuert habe. Die EU-Exporte sanken im ersten Halbjahr bereits. Von einer Sperre Chinas betroffen wären zuerst große Produzentenländer: Deutschland, die Niederlande und Spanien. Die würden jedoch ihre Übermengen dann zu Dumpingpreisen in der EU absetzen. Das träfe österreichische Schweinehalter, die wegen kleiner Bestände und höherer Umwelt- und Tierschutzauflagen Nachteile haben, existenziell.

 

Schweinemarkt

3 Millionen Tonnen Schweinefleisch hat die EU 2016 nach Ostasien exportiert, zwei Millionen davon nach China.

2016 wurden in der EU 257 Millionen Tiere geschlachtet (plus zwei Prozent, Deutschland 48 Mio.).

100.000 Schweine vermarktet die Österreichische Schweinebörse für die Bauern pro Woche an die Schlachtbetriebe. In der Vorwoche sank der Preis auf 1,63 Euro je Kilo.

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Artikel Josef Lehner 21. September 2017 - 00:04 Uhr
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