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Warum der Fronius-Konzern auf seinen Welser Standort vertraut

WELS. Familienbetrieb hat Vertrieb und Marketing in Wels – Suche nach Fachkräften.

Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß Bild: (BMWFW)

Zu Beginn war es ein Elektrogeschäft: Günter Fronius begann 1945 in Pettenbach mit der Entwicklung von Batterieladesystemen und verkaufte diese in seinem Laden. 72 Jahre später ist aus dem Ein-Mann-Betrieb ein Unternehmen mit 3723 Mitarbeitern geworden. Fronius hat sich auf drei Bereiche spezialisiert: Zur Batterieladetechnik kamen die Geschäftsfelder Schweißtechnik und Photovoltaik hinzu.

An der Spitze von Fronius steht seit 2012 Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß. Sie ist die Enkelin des Gründers. Gestern, Montag, präsentierte die Unternehmerin den Welser Standort anlässlich einer von Stadt Wels, Wirtschaftskammer und Business Upper Austria organisierten Pressefahrt. In der Messestadt sind der Vertrieb und das Marketing von Fronius angesiedelt.

"Wels ist logistisch sehr gut. Wir sind unmittelbar in der Nähe des Bahnhofs und wegen der Fluganbindung auch nicht zu weit weg von Hörsching." Etwa 500 Mitarbeiter sind derzeit in Wels beschäftigt.

Die Firmenchefin, die mit vier externen Managern die Geschäftsführung bildet, will den derzeit 17.000 Quadratmeter großen Standort in der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs ausbauen. "Wir werden wachsen und wollen investieren – aus eigener Kraft." Was genau geplant ist, ließ sie offen. Eines stehe aber fest: "Wir benötigen auch in Wels qualifizierte Fachkräfte, bekommen aber nicht genug." Das betreffe vor allem den IT-Bereich. "Dort fehlt vielen Bewerbern einfach die Qualifikation." Obwohl Kooperationen mit Fachhochschulen und Universitäten laufen, sei die Auswahl bescheiden. Abgesehen vom Mangel an Fachkräften sieht die Unternehmerin im Welser Wirtschaftsraum generell "viel Potenzial nach oben. Das sage ich auch als Privatperson, die in Wels wohnt."

Umdenken in der Politik

Engelbrechtsmüller-Strauß erkennt aber ein Umdenken in der Politik: "Vor drei, vier Jahren war das ganz anders. Nun ist wieder die Bereitschaft da, Betriebe auch am Standort zu halten." Als Arbeitgeber müsse man den Mitarbeitern mehr bieten als früher. "Einen IT-Techniker von Melbourne nach Wels zu holen, wird nicht so einfach sein. Aber warum sollten nicht Fachkräfte aus Wien oder Graz Gefallen an Oberösterreich finden und hier leben?"

Fronius ist von Oberösterreich aus mit Standorten in Pettenbach, Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt in 24 Ländern weltweit tätig. Standorte gibt es auch in Innsbruck, Salzburg und Wien. Zur Fronius-Gruppe zählen 28 internationale Vertriebsgesellschaften. 2015 betrug der Umsatz 511 Millionen Euro.

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Artikel Martin Roithner 20. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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