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Uni Linz bekommt Zentrum für Künstliche Intelligenz

LINZ. Ein Netzwerk rund um Professor Sepp Hochreiter soll Oberösterreich zum internationalen Zentrum der Forschung machen.

Uni Linz bekommt Zentrum für Künstliche Intelligenz

Sepp Hochreiter (li.) und Burton Lee mit OÖN-Redakteur Hermann Neumüller und JKU-Rektor Meinhard Lukas. Bild: Land OÖ/Kauder

"Wir haben in diesem Bereich ideale Voraussetzungen, um Forschung auf internationalem Niveau zu betreiben", sagte gestern Meinhard Lukas, Rektor der Johannes Kepler Universität (JKU) bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl, Stanford-Professor Burton Lee und dem Linzer Uni-Professor Sepp Hochreiter.

Das neue "AI LAB", also ein Laboratorium für Künstliche Intelligenz (KI) am Linz Institute of Technology (LIT) soll dem vorhandenen Know-how in diesem Bereich bündeln. "Wir können auf ein Netzwerk von rund 200 Forschern zurückgreifen", sagte Lukas. Das seien einerseits JKU-Institute, aber auch Forschungseinrichtungen am RISC Hagenberg.

Video: Bereits jetzt sind die oberösterreichischen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet "Künstliche Intelligenz" österreichweit führend - mit einer neuen Strategie will man aber noch schlagkräftiger werden.

"KI wird alles durchdringen"

Woran die neue Einrichtung forschen wird, beschrieb der künftige Leiter Sepp Hochreiter, Leiter des Instituts für Bioinformatik an der Linzer Uni. Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence) ist ein Teilgebiet der Informatik. Dabei sollen Maschinen die Fähigkeit erlangen, die menschliche Intelligenz künstlich nachzubilden.

"KI wird alles durchdringen", sagte Hochreiter. Sie werde überall sein, bei uns zu Hause, beim Arzt oder im Auto. Seine Erfindungen in der LSTM-Architektur (Long Short-Term Memory) seien um die Welt gegangen, etwa bei der Spracherkennung in Smartphones. "Meine LSTM-Netze befinden sich praktisch in jedem Handy, Milliarden von Nutzern verwenden sie tagtäglich", sagte Hochreiter.

Unterstützung holen sich die Oberösterreicher dabei aus dem Silicon Valley. Burton Lee, Professor an der Stanford University und Experte für Europäische Innovation und Entrepreneurship, sieht es genau so wie sein Kollege Hochreiter. Dabei habe Oberösterreich eine hervorragende Stellung, die es zu halten und weiter auszubauen gelte. Die Frage sei nun, wie mit diesen Herausforderungen umzugehen sei. "In Oberösterreich wird dieses Thema jetzt aktiv angegangen", sagte Lee. Heute leitet der Stanford-Professor einen Workshop in Hagenberg mit rund 70 Teilnehmern aus Forschung und Wirtschaft. Der sei Auftakt dafür, eine KI-Strategie für Oberösterreich zu entwickeln, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Strugl.

Das AI LAB soll Studenten nach Linz locken und vor allem auch engen Kontakt zu Unternehmen pflegen. "Es gibt großes Interesse seitens der Wirtschaft an dem, was wir hier machen", sagte Rektor Lukas. Damit nicht nur Großunternehmen zum Zug kommen, soll ein sogenanntes "Open Innovation Center" gegründet werden, eine Einrichtung, die es auch Klein- und Mittelbetrieben ermöglichen soll, sich mit den Forschern direkt auszutauschen.

Bleibt Hochreiter in Linz?

Die Frage, ob Sepp Hochreiter in Linz bleibt oder einem von mehreren Rufen an eine deutsche Universität folgt, ist noch nicht entschieden. Es gebe bisher nur Interessensbekundungen, aber noch keine konkreten Angebote. Sobald diese da sind, liegt es an der JKU, Gegenangebote zu machen, sagt Rektor Lukas im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Dass man Hochreiter jetzt die Leitung des AI LAB übertragen habe, sei ein gewisses Risiko, sagte Lukas. Aber diese Forschungseinrichtung könne ein gutes Argument dafür sein, Hochreiter in Linz zu halten. Wann eine Entscheidung fällt, sei derzeit nicht absehbar. Es hänge davon ab, wann konkrete Angebote kommen. "Das kann noch Monate dauern", so Lukas. 

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Artikel (hn) 27. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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