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Thalia Österreich hält an Kurs fest

LINZ. Wegen der Konkurrenz von elektronischen Medien und dem Internet-Handel stellt der deutsche Douglas-Konzern das Konzept seiner Thalia-Buchhandlungen in Frage. „Wir haben diese Sorgen nicht und werden weiter wachsen“, sagt Josef Pretzl, Chef von Thalia Österreich.

Libro, Amadeus, Thalia & Co

Stationärer Buchhandel verliert wegen des Internets an Bedeutung. Bild: Archiv

Das digitale Zeitalter hat in der Geschichte des Buchhandels neue Seiten aufgeschlagen. Das betrifft die Produkte elektronische Medien bis hin zum elektronischen Lesegerät, auf das E-Books aus dem Netz geladen werden, statt in ein Geschäft zu pilgern. Und es betrifft die Kundenbeziehung: Viele Menschen wählen im Internet aus, bestellen und bezahlen online und erhalten ein Paket.

Marktführer Amazon wirbelt international den Buchhandel durcheinander, vor allem in kaufkraftstarken Märkten wie Deutschland. Außerdem spürt der deutsche Douglas-Konzern, zu dem neben der gleichnamigen Parfümeriekette die Thalia-Buchhandlungen, Christ-Schmuck und Hussel-Süßwaren gehören, krisenbedingt in Südeuropa starke Umsatzrückgänge.

Bei Thalia sanken die Umsätze im Geschäftsjahr 2010/11 um vier Prozent, während das Internetportal buch.de 20 Prozent zulegte. Im ersten Quartal 2011/12 habe sich der Trend trotz eines guten Weihnachtsgeschäfts fortgesetzt, teilte die Konzernleitung diese Woche mit. Deshalb kündigte sie an, das Thalia-Konzept mit großen stationären Läden zu überdenken. „Bei allen Häusern über 500 bis 600 Quadratmeter ist Handlungsbedarf“, sagte Eigentümersprecher Henning Kreke. Auch personelle Konsequenzen seien möglich.

Die Thalia-Österreich-Geschäftsführer Josef Pretzl und Robert Hadzetovic reagierten mit einer Presseaussendung: Die Entwicklung unterscheide sich grundsätzlich von der im Gesamtkonzern. „Unser Umsatz ist im Vorjahr um mehr als sechs Prozent gestiegen, und das Plus im Weihnachtsgeschäft war noch größer“, sagt Pretzl den OÖN.

Kleinere Läden, weniger Bücher

Thalia Österreich laufe gut, weil „rechtzeitig auf ein Multichannel-Konzept umgestellt wurde“, so Pretzl. Der Internet-Umsatz liege über 20 Prozent (Mutter zuletzt 14). Online-Bestellungen würden großteils in Tagesfrist zugestellt. In den Läden wird das Buchangebot knapper und um Accessoires und Geschenke angereichert. Der Nonbook-Umsatz werde von derzeit 25 auf 40 Prozent steigen. Der Filialtyp der Zukunft wurde im Herbst am Wiener Westbahnhof eröffnet; eine weitere folge am neuen Zentralbahnhof. „Wir werden weder Filialen noch Personal reduzieren, sondern wachsen“, sagt Pretzl.
Die Kleinen leiden an der Konzentration. Im November ging in Wien das Bücherzentrum mit vier Filialen in Konkurs. Noch im Jänner wird der Branchenzweite, Morawa (24 Läden, 50 Millionen Euro Umsatz), den Standort PlusCity Pasching schließen.

 

Libro, Amadeus, Thalia & Co

• Der börsenotierte deutsche Douglas-Konzern hat nach dem Libro-Konkurs 2002 den Amadeus-Buchhandel gekauft und in Thalia eingegliedert. Thalia setzt mit 5300 Mitarbeitern in rund 300 Geschäften in Deutschland, Österreich und der Schweiz 935 Millionen Euro um. 14 Prozent des Geschäfts werden über das Online-Portal buch.de abgewickelt.

• Thalia Österreich hat 820 Mitarbeiter in 36 Filialen und rund 148 Millionen Euro Umsatz (plus sechs Prozent). Die Zentrale ist an der Linzer Landstraße.

• Die börsenotierte Douglas-Gruppe hat 24.000 Mitarbeiter, 1900 Filialen, 3,4 Milliarden Umsatz. Das Auslandsgeschäft schrumpft, u. a. wegen Rückzugs der Parfümerien aus Russland, USA, Dänemark.

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Artikel Josef Lehner 14. Januar 2012 - 00:04 Uhr
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