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Stefan Fills Metallbaufirma meldet heute Insolvenz an

HOHENZELL. Innviertler Fill Metallbau aus Hohenzell informierte bereits die rund 240 Mitarbeiter über bevorstehende Zahlungsunfähigkeit.

Stefan Fills Metallbaufirma meldet heute Insolvenz an

70 Prozent des Geschäfts wickelt Fill Metallbau im Ausland ab. Hier eine Fassade für Studentenwohnungen in London. Bild: Werk

In einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiter von Fill Metallbau vorinformiert, was die Öffentlichkeit erst heute, Montag, erfahren soll: Das auf Fensterkonstruktionen und Metallfassaden spezialisierte Unternehmen wird heute Insolvenz anmelden. Das bestätigten unabhängige Quellen den OÖNachrichten. Der Eigentümer und Geschäftsführer, Stefan Fill (52), war für die OÖNachrichten gestern, Sonntag, nicht erreichbar.

Das betroffene Unternehmen mit 239 Mitarbeitern (laut Firmenbuch) ist Teil der Fill Holding GmbH. In keinem unternehmerischen Zusammenhang dazu steht der florierende und viel größere, 20 Kilometer entfernte Betrieb von Andreas und Josef Fill in Gurten, Fill Maschinenbau.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) in Ried hat noch keine Mitarbeiter des Unternehmens im Rahmen des Frühwarnsystems zur Kündigung gemeldet bekommen, sagte der Leiter des AMS in Ried, Klaus Jagereder, zu den OÖNachrichten. Erst wenn das geschehen ist, kann das Unternehmen nach 30 Tagen (plus individuelle Kündigungsfristen) die Auflösung des Dienstverhältnisses aussprechen. Ob es tatsächlich zu Kündigungen kommt, wird sich heute herausstellen. Der Arbeitsmarkt im Innviertel würde, so vermuten Kenner der lokalen Situation, die frei werdenden, gut ausgebildeten Fachkräfte aber relativ rasch wieder aufnehmen können.

In der Vergangenheit gab es bei Fill Metallbau – offenbar auch wegen des stark schwankenden Projektgeschäfts im Fassadenbau – zuletzt 2014 einen größeren Jobabbau und eine Geldspritze der Familie. Stefan Fill hatte im Oktober 2013 die Anteile (auch der Holding) von seinem Vater Alois übernommen.

Offen, ob Fortführung geplant

Ob es sich um einen Konkurs oder ein Sanierungsverfahren mit Fortführungsplänen handeln wird, war zu Redaktionsschluss nicht bekannt. Es sieht aber eher nach Entschuldung und Fortführung aus, schätzen Insider, weil das Unternehmen "Substanz" habe.

Ebensowenig ist derzeit abzuschätzen, inwieweit Haftungen in der Holding die anderen Gesellschaften betreffen. Schließlich ist die offenbar zahlungsunfähige Fill Metallbau die Hauptgesellschaft in der Gruppe. Im vollständigen Eigentum sind noch Fill Metallbau Schärding und Fill Ried. Zu 66 Prozent gehört das Metall-Beschichtungsunternehmen Korro-Tech zur Gruppe, die seit 2001 besteht. Pfeiffer Metallbau und Fill Metallbau Wien, UK und Salzkammergut sind Mehrheitsbeteiligungen. In Summe arbeiten 300 Beschäftigte im Konzern.

Fakten zur Gruppe

Die Hauptgesellschaft der Fill-Holding, die Fill Metallbau, setzte 2016 33 Millionen Euro um (2015: 47). Es wurde ein kleiner Verlust geschrieben. Zur Holding gehören neun Unternehmen: Über 300 Mitarbeiter, 54 Mio. Euro Umsatz (2015).

Laut KSV belaufen sich die Passiva auf 31,16 Mio. Euro, die Aktiva auf 8,12 Mio. Euro. Betroffen sind 972 Gläubiger, denen eine Quote von 30 Prozent binnen 2 Jahren angeboten wird. Von den 238 Dienstnehmern handelt es sich um 110 Arbeiter, 108 Angestellte und 20 Lehrlinge.

 

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Artikel 02. Oktober 2017 - 00:05 Uhr
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