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Start als PC-Händler in Linz, heute Millionenkonzern

LINZ. Linzer Brüder machen mit IT-Firma Arrow ECS Internet Security AG 270 Millionen Euro Umsatz und wachsen zweistellig.

Start als PC-Händler in Linz, heute Millionenkonzern

Arrow ECS verkauft als Großhändler IT-Systeme, Speicher, Elektronikkomponenten und Sicherheitslösungen. Bild: (colourbox)

Begonnen hat alles in der Linzer Waltherstraße 17, als Ernst Karrer 1992 in einem kleinen Geschäft Computer zu verkaufen begann. Sein jüngerer Sohn Heribert jobbte neben seinem Wirtschaftsinformatik-Studium im väterlichen Geschäft, Bruder Paul wollte als Elektrotechniker auch lieber selbstständig arbeiten. Die Linzer Familie nützte früh die neuen Möglichkeiten des World Wide Web und legte als eine der ersten eine Standleitung in ihr Geschäft. Man trat als Internet-Service Provider (OÖ Net, Planet One) auf, hatte Erfolg und verkaufte 15.000 Privat- und 1000 Firmenkunden 2001 an den italienischen Provider Tiscali.

Damals hatten die beiden Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und ihr Vater bereits erkannt, dass die Sicherheit im Internet ein Riesenthema werden würde. Sie gründeten noch im selben Jahr die Internet Security AG. Ein Gang Richtung Schweiz, dann Deutschland war erfolgreich, doch war absehbar, dass sie alleine nicht groß genug sein würden, im großen Geschäft mitzuspielen.

Seit 2005 gehört das Unternehmen zu Arrow Electronics, einem globalen Anbieter von Produkten für industrielle und gewerbliche Anwender von Elektronikkomponenten und Computing-Lösungen. 17.000 Beschäftigte in 90 Ländern arbeiten im Wall-Street-Konzern.

Umsatz-Riese im Verborgenen

Die Linzer machen – von der Öffentlichkeit unbemerkt, weil sie an keine Endkunden verkaufen – in Österreich 120 Millionen und in der Schweiz 151 Millionen Euro Jahresumsatz und rangieren unter Oberösterreichs Top-Firmen auf Platz 61. Sie verkaufen an Zwischenhändler und Industrie-Unternehmen. Auf der Kundenliste stehen der kleine EDV-Fachmann ums Eck sowie große IT-Systemhäuser wie ACP, IBM und S&T.

Seit 27 Jahren teilen sich die Brüder ein Büro, erzählen sie und lachen dabei über ihre häufig sehr kontroversiellen Diskussionen, die jedoch sehr fruchtbar zu sein scheinen. Der Katzenfreund Paul fährt Tesla, liebt das Meer und das Reisen; der Hundefreund und BMW Hybrid-Fahrer Heribert ist der Sesshafte und über das Wandern und Skifahren der Heimat sehr verbunden.

Der Techniker Paul hat kürzlich für ganz Europa die Zukunftssparte des 24-Milliarden-Euro-Konzerns übernommen: "Internet der Dinge". Sein Bruder führt mit Finanzchef Patrick Minichberger den Österreich-Laden von der Freistädter Straße in Linz aus. Weil das Unternehmen weiter mit zweistelligem Umsatz- und Ergebnisplus rechnet, werden auch weitere Mitarbeiter gesucht. Derzeit arbeiten je 45 in Linz und Wien sowie 35 in der Schweiz.

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Artikel Ulrike Rubasch 05. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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