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Siemens VAI sucht Käufer für ihren 300-Mann-Baubetrieb

LINZ. Die Siemens VAI will ihren traditionellen Baubetrieb verkaufen. Mehrere große Baufirmen haben Interesse an den verschiedenen Handwerksmeistereien, die bis zu 300 Mitarbeiter beschäftigen.

Siemens VAI sucht Käufer für ihren 300-Mann-Baubetrieb

Hauptkunde des VAI-Baubetriebs ist die voestalpine. Bild: voestalpine/Krügl

Der neue Vorstandsvorsitzende der Siemens VAI, Werner Auer, bestätigt im OÖN-Gespräch, dass für den Baubetrieb „ein strategischer Investor gesucht wird“.

Das Geschäft eines handwerklichen Baubetriebs passt auch nicht wirklich zu dem international tätigen Stahlwerks- und Anlagenbauer. In den Werkstätten befinden sich eine Schlosserei, eine Malerei, eine Glaserei, eine Tischlerei, eine Zimmerei, eine Spenglerei, eine Dachdeckerei, eine Maurerei sowie eine Modellwerkstatt und ein Geräteeinsatz, der Aushub- und Planierungsarbeiten durchführt.

140 Mitarbeiter bilden die Stammbelegschaft. Im vergangenen halben Jahr schwankte der Personalstand inklusive Leasingarbeitern zwischen 250 und 300 Leuten.

Da zu mehr als 80 Prozent Arbeiten für den voestalpine-Konzern durchgeführt werden und sich die Belegschaft stark mit dieser Arbeit identifiziert, wurde im benachbarten Stahlwerk angefragt, ob Kaufinteresse besteht. Dort hat man abgewunken, aber Interesse bekundet, weiter seine Wartungs- und kleineren Umbauarbeiten mit dem Baubetrieb durchführen zu wollen.

Felbermayr, Strabag & Porr

Auer betont, dass es mehrere Interessenten gebe. Dem Vernehmen nach ist dies primär die Welser Felbermayr-Gruppe. Der Sondertransporteur mit großer Bausparte hat im Schwerlast-Hafenbereich auf dem Industrieareal bereits große Flächen. Den Grundflächen des Baubetriebs in bester Lage des Voest-Industriegeländes soll das besondere Interesse der Familie Felbermayr gelten. Aber auch große Baukonzerne wie Strabag und Porr sollen sich konkret für den Baubetrieb interessieren. Auch einige Führungskräfte basteln an einer Lösung, um das Unternehmen selbst übernehmen zu können. Auer dazu: „Ich halte die Einbindung in ein funktionierendes Firmennetz für vernünftiger.“

Siemens VAI will, dass der Baubetrieb als Ganzes erhalten bleibt. „Die Gesamtkompetenz im Objektbau ist ja das Interessante an dem Betrieb. Diese bietet ein hervorragendes Potenzial. Dass die voestalpine der Hauptkunde ist, muss ja nicht so bleiben“, sagt Auer.

Info am Mittwoch

Die Belegschaft ist von den Verkaufsplänen wenig begeistert. Am Mittwochnachmittag werden die Betroffenen in einer Betriebsversammlung erstmals offiziell informiert. Zum einen fürchten sie eine Zerschlagung. Zum anderen muss sich das Personal auf einen Kollektivvertragswechsel einstellen.

Die Arbeiter befürchten – nach einer Übergangszeit – erhebliche Einkommensverluste. Aus alten Voest-Zeiten wird nach wie vor laut dem KV der Bergwerke und Eisenerzeugung bezahlt. Das macht die Leistungen des Baubetriebs freilich entsprechend teuer. Jeder Käufer wird in den Baugewerbe-Kollektivvertrag wechseln. „Die Stimmung und die Motivation ist derzeit entsprechend schlecht“, bestätigt Siemens VAI-Betriebsrat Johann Krempl.

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Artikel Von Sigrid Brandstätter 11. August 2009 - 00:04 Uhr
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