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Schuhe: Hartes Pflaster für heimische Händler

LINZ. 2017 gab es erstmals seit längerem wieder Zuwächse – ein Fünftel des Schuhumsatzes wird online erwirtschaftet.

Schuhe: Hartes Pflaster für heimische Händler

Die Österreicherin gibt im Jahr durchschnittlich 210 Euro für Schuhe aus. Bild: Reuters

"Es war ein Jahr wie aus dem Bilderbuch", zieht der Linzer Schuhhändler Roman Gugenberger, Eigentümer von Regina Schuhe, Bilanz über 2017. Tatsächlich konnte der heimische Schuhhandel nicht nur während des Jahres zulegen. Auch im Weihnachtsgeschäft war die Branche der große Profiteur. "Die Steuerreform hat sich mit Verspätung ausgewirkt und – so man im Einzelhandel von Konjunkturgewinnern sprechen kann – war der Schuhhandel einer", sagt Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Auch die Humanic-Mutter Leder & Schuh meldete diese Woche, dass sie 2017 zum zweiten Mal seit 2010 wieder einen Gewinn geschrieben habe. Der langjährige Marktführer musste heuer allerdings seine Nummer-eins-Position an den deutschen Konkurrenten Deichmann, Europas größten Schuhhändler, abgeben.

40 Prozent für zwei Anbieter

Deichmann und Leder&Schuh haben gemeinsam einen Marktanteil von 40 Prozent. Alle anderen Filialisten liegen jeweils deutlich unter fünf Prozent. Das haben die Marktforscher von Regiodata erhoben. "Deichmann ist kontinuierlich gewachsen, dank klarer Positionierung, kleinerer Verkaufsflächen und guter Lagen", sagt Regiodata-Geschäftsführer Wolfgang Richter.

Der Handelsexperte geht davon aus, dass die Flächen im Schuhhandel in den kommenden Jahren kleiner werden. "Der Onlineanteil bei Schuhen beträgt 21 Prozent. Ich gehe davon aus, dass das auf 30 Prozent steigt", sagt Richter. Das Onlinegeschäft würden dabei nicht so sehr die stationären Händler machen, die auch im Internet aktiv sind. "Den Rahm schöpfen Amazon und Zalando ab."

Aber nicht nur im Internet ist die Konkurrenz zu Hause. Auch Textil- und Lebensmittelhändler haben Schuhe längst für ihr Sortiment entdeckt. Schuhhändler Gugenberger sieht dies entspannt: "Übergreifende Sortimente wird es immer geben. Auch wir verkaufen Fremdprodukte." Er führt Regina Schuhe in der dritten Generation. Anfang 2016 hat Gugenberger drei Filialen in Niederösterreich übernommen und beschäftigt jetzt an sieben Standorten 80 Mitarbeiter. "Damit zählen wir in Österreich schon zu den Top ten."

Denn der Markt ist in den vergangenen Jahren stark in Bewegung gewesen. Vögele Schuhe ist in Konkurs gegangen, Stiefelkönig wurde bei Humanic integriert. Gleichzeitig ist mit dem polnischen CCC ein neuer, stark expandierender Spieler neu auf den Markt gekommen.

Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria ist für den Schuhhandel auch für 2018 vorsichtig optimistisch. "Der Konjunkturaufschwung in Österreich hält an. Größe Sprünge sind nicht zu erwarten, aber ich rechne schon mit Zuwächsen."

 

Schuhe in Zahlen

 

1,6 Milliarden Euro geben die Österreicher pro Jahr für Schuhe aus. 21 Prozent des Umsatzes werden im Onlinehandel erzielt.

40 Prozent Marktanteil haben gemeinsam die Filialketten Deichmann und Leder & Schuh (Humanic). Deichmann, Europas größter Schuhhändler, ist seit heuer auch Marktführer in Österreich.

6,6 Paar Schuhe kauft der Österreicher im Durchschnitt pro Jahr. Männliche Österreicher geben im Jahr 116 Euro für Schuhe aus, die Österreicherinnen 210, so Regiodata.

 

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Artikel Susanne Dickstein 13. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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