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Preisschnitt stürzt Bauern in Existenzängste

GMUNDEN. Wegen der niedrigen Preise gehen bei Milch- und Schweinebauern seit Monaten Existenzängste um. Warum Landwirte der Molkereigenossenschaft Gmunden besonders verärgert sind, lesen Sie in den OÖNachrichten.

Gmundner-Milch-Bauern empört: "Die sollen in ihrem Betrieb sparen"

Zu viele Milchkühe: Bauern klagen über existentielle Bedrohung aufgrund der niedrigen Milchpreise. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Länger als fünf Stunden tagten gestern, Mittwoch, die rund 40 Führungsfunktionäre der Molkereigenossenschaft Gmunden mit ihrer Geschäftsleitung. Weil die Vermarktungsmenge 2015 gestiegen war, die Erlöse jedoch sanken, sollte für die Bauern ein Preisschnitt beschlossen werden. Absicht: Die Bauern würden weniger an die Molkerei liefern, wenn sie weniger bezahlt bekämen.

Die Stimmung bei der Versammlung soll lange Zeit auf des Messers Schneide gewesen sein, erfuhren die OÖNachrichten aus dem Teilnehmerkreis. Obmann Josef Fürtbauer und Geschäftsführer Michael Waidacher wollten gestern keine Stellungnahme abgeben. Erst würden die Beschlüsse schriftlich ausgeführt, ein Rundschreiben an die 2800 Mitglieder werde formuliert und dann die Öffentlichkeit informiert.

Scharfer Einschnitt

Funktionäre sollen Bedenken wegen der Schärfe der Mengenbegrenzung geäußert haben. Dann soll ein Modell beschlossen worden sein: Der Basispreis, der heuer bereits auf 28 Cent je Liter gesenkt worden ist, wird mit 27 Cent festgelegt. Die Jahresliefermenge jedes Betriebes wird durch zwölf geteilt. Wer diese durchschnittliche Monatsmenge ab 1. März überschreitet, erhält bei fünf Prozent Plus nur noch 25 Cent pro Liter, bei zehn Prozent 23 Cent. Dieser Abschlag soll für die Gesamtmenge, nicht die Überlieferung gelten.

Bauern sagen, Gmundner Milch habe sie vor einem Jahr, bei Wegfall der EU-Milchquoten, informiert, dass nun Wachstum möglich sei (siehe Faksimile). Doch es gelang nicht, die Milch kostendeckend zu vermarkten. Verlust 2015 angeblich: eine Million Euro. Wochenlang sei diskutiert worden, ob das Tief durchtaucht werden könne, weil das Unternehmen mit 71 Prozent Eigenkapital gut aufgestellt ist. Mitglieder kritisieren, dass der Verkauf schwach sei. In Handelsregalen sei Gmundner zu wenig präsent. Die hohe Exportquote von 50 Prozent sei fatal, weil sie mit Billigware und Rohmilch zu Tiefpreisen erfolge.

Der Sparbeschluss soll schließlich einstimmig erfolgt sein, weil die Molkereiführung eine Information gegeben habe: Konkurrent Berglandmilch tätige ähnliche Beschlüsse. Die OÖN befragten die Berglandmilch-Spitze: Die nächste Vorstandssitzung finde erst am Freitag statt. "Da erhalten wir aktuelle Monatszahlen, und anhand dieser fassen wir immer unsere Beschlüsse", sagt Obmann Johann Schneeberger, Bauer aus Putzleinsdorf. "Wir treffen solche Entscheidungen nicht im Blindflug, sondern mit Zahlen." Die Lage auf dem Milchmarkt sei angespannt.

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Artikel Josef Lehner 25. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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