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Passage Linz: Das begehrteste Kaufhaus der Stadt

Handel: Verkauft Raiffeisen das Passage? Während Interessenten an Angeboten basteln, dementiert die RLB.

Das Passage einst und jetzt: Zentrum im Linzer Zentrum Bild: OÖN, Kunasz eventfoto.at

Das Passage Kaufhaus wird verkauft." Dieser Satz geisterte in den vergangenen 20 Jahren mehrmals durch die Gerüchteküche. Manchmal stimmte er. Manchmal war es Fehlalarm. Jetzt heißt es neuerlich, Raiffeisen Oberösterreich wolle sich von seinem 93-Prozent-Anteil trennen.

54 Jahre ist das Passage in Linz jetzt alt. Schon kurz nach seiner Eröffnung im Jahr 1963 war es ein Wahrzeichen der Linzer Innenstadt, der "Super-Kaufhaus-Würfel", wie ihn die OÖNachrichten bei der Eröffnung bezeichneten.

Derzeit gehört das Passage mehrheitlich der Raiffeisenbankengruppe. Diese war während der Umbauarbeiten rund um das Jahr 2000 zunächst mit 50 Prozent eingestiegen und übernahm schließlich die Mehrheit.

Jetzt heißt es, Raiffeisen wolle verkaufen. "Ein Gerücht", heißt es dazu lapidar von der Raiffeisen-Zentrale beim Linzer Südbahnhofmarkt.

Tatsächlich hat die RLB mit dem Verkauf des Courtyard Marriot an den Industriellen Friedrich Huemer (Polytec) zuletzt selbst Anlass zur Vermutung gegeben, sie werde sich womöglich von weiteren Beteiligungen und Immobilien trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Denn die Geschichte zeigt, dass die Übernahme des Passage nicht das vorrangige Ziel der Bank war. Gebaut wurde das Passage von der Gerngross-Gruppe, die zunächst Investoren aus der Schweiz und Luxemburg gehörte. In den Achtzigerjahren wurde Gerngross an den Konsum verkauft. Mit dem Niedergang der gewerkschaftseigenen Unternehmensgruppe wurde Gerngross und damit auch das Passage weiter verkauft. Neue Eigentümer wurden die Brüder Rudolf (Palmers) und Fritz Humer (Wolford) sowie Werber Hans Schmid (GGK). Man konzentrierte sich auf das Immobiliengeschäft. Der Erfolg war äußerst überschaubar. Gerngross musste aus wirtschaftlichen Gründen etliche Vermögensteile verkaufen. Bankpartner Raiffeisen stieg nolens volens ein.

Das Passage hat unter Raiffeisen-Führung in den vergangenen Jahren deutlich gewonnen. Von Werner Prödl übernahm Monika Sandberger das Center-Management. Mit Peek & Cloppenberg, Saturn, Spar und Hervis belegen vier Anker-Mieter rund 80 Prozent der gesamten Fläche.

Laut der letzten hinterlegten Bilanz zum 31. 12. 2015 ist das Passage zwar buchmäßig überschuldet, dies sei aber aufgrund ausreichend stiller Reserven im Anlagevermögen insolvenzrechtlich kein Thema, heißt es in den Anmerkungen zur Bilanz.

Alles eine Preisfrage

Nicht zuletzt deshalb halten Beobachter einen Ausstieg Raiffeisens für wahrscheinlich. Vor allem weil Beteiligungsvorstand Reinhard Schwendtbauer noch immer das Beteiligungsreich umstrukturiert.

Laut den OÖNachrichten vorliegenden Informationen gibt es zumindest einen ausländischen Interessenten, der auf den Erwerb von Einkaufzentren spezialisiert ist, der sich für das Passage interessieren würde. "Letztlich ist alles eine Preisfrage", sagt ein Beteiligter.

 

100 Millionen Schilling (sieben Millionen Euro) kostete die Errichtung des Passage 1963. 2000 wurde es um 17 Millionen Euro umgebaut. 2003 wurden weitere acht Millionen investiert. Seit 2000 ist Raiffeisen daran beteiligt, seit 2003 als Mehrheitseigentümer.

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Artikel Dietmar Mascher 20. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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