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"Offisy": Software dreier Linzer erleichtert Terminbuchung beim Arzt

LINZ. Teil 11 der Serie "Jung und innovativ": Drei junge Linzer haben - nicht zuletzt aus eigenem Interesse - eine Software für Dienstleister entwickelt, bei der sich Kunden selber Termine bei Ärzten oder Physiotherapeuten buchen können.

Offisy Team

Das Offisy-Team: (v.l.n.r.) Carina Schmiedseder, Konrad Swietek, Stefanie Gerhofer Bild: Privat

Es war wieder einmal eine Knieverletzung, die Konrad Swieteks täglichen Tagesablauf als Fußballer durchkreuzte. Der gebürtige Pole und Linzer Wirtschaftsinformatik-Student war damals Anfang 20 und hatte - wie das eben in diesem Alter ist - nicht viel Zeit. Für die damals notwendig gewordenen Stunden bei der Physiotherapie hatte er aber schon vorsorglich Lücken in seinem Kalender aufgetan. Nie hätte er gedacht, dass schließlich die Buchung der Physiotherapie-Stunden die meiste Zeit beanspruchen sollte. Swietek landete regelmäßig in der Telefon-Warteschleife des Therapeuten oder hätte sein Anliegen auf das Band sprechen sollen.

Der Auslöser

"Warum nicht etwas programmieren, das dem Kunden/Patienten die Terminbuchung erleichtert?", fragte sich der heute 25-jährige Technikaffine schließlich. Und schon war die Grundidee von "offisy" geboren.

Am Feinschliff des Programms samt Vertrieb und Marketing waren auch zwei Frauen maßgeblich beteiligt. "Wir Drei hatten damals unabhängig voneinander in etwa dieselbe Idee", sagt die Linzerin Carina Schmiedseder (27), die neben Stefanie Gerhofer (31) das Trio komplett macht. Im August des Vorjahres starteten die einstigen Studenten - Schmiedseder und Gerhofer studierten u.a. Wirtschaftswissenschaften und haben jetzt gemeinsam eine Werbeagentur - mit der Ausarbeitung von "offisy". Im Jänner 2014 folgte die Gründung der offisy GmbH, vor einem Monat startete das Trio den Vertrieb. Die Arbeitsbereiche sind genau aufgeteilt: Während der einzige Mann im Bunde für die Programmierung zuständig ist, kümmert sich Schmiedseder um Marketing, Finanzen, Kundenservice sowie rechtliche Belange und Gerhofer um Kooperationen und Vertrieb zuständig.

Jeder profitiert

Die Software birgt sowohl für den Dienstleister, als auch für den Kunden Vorteile. Der Kunde kann sich selbst auf der Website des Unternehmers den Zeitpunkt für seinen Termin aussuchen und buchen. Zuvor registriert er sich mit Namen und E-Mailadresse, optional auch mit seinem Geburtsdatum und seiner Handynummer. Letztere ist dann wichtig, wenn der Kunde eine Termin-Erinnerung via SMS wünscht. Und der Arzt, Masseur, etc. hat dadurch sofort alle wichtigen Daten des Kunden auf seiner Datenbank. Diese kann er schließlich selbst erweiteren, etwa - wie früher auf einer handgeschriebenen Karteikarte - den Behandlungsverlauf vermerken. Auch eine automatische Rechnungserstellung ist möglich. 

"Diese Leute sind ja meist total überlastete Einzelkämpfer oder haben Assistentinnen, die wegen der Terminkoordinierung gestresst sind", spricht Schmiedseder über ihre Erfahrung. Mit Hilfe einer Zusatzleistung von "offisy" können auch Gemeinschaftspraxen oder zum Beispiel auch Kosmetikinstitute miteinander koordiniert werden.

 

Datenschützern, die jetzt möglicherweise aufschreien wollen, nimmt Schmiedseder gleich den Wind aus den Segeln. "Wir sind nur Datenvermittler. Das ist wie bei einem Tresor. Jeder Kunde von uns hat den passenden Schlüssel zu seinen Patientendaten."

Die Preise

Das "offisy"-Basispaket kostet 29 Euro brutto pro Monat, Zusatzprodukte wie etwa die SMS-Terminerung monatlich 19 Euro brutto.

Wie sich das Jungunternehmer-Dasein anfühlt? "Gar nicht schlecht", schmunzelt Schiedseder, verweist aber gleich auf den Förderungs-Zuschuss. Die Finanzspritze habe den Start wesentlich erleichtert. Und was sind die Ziele der Jungungernehmerin? "Unser Produkt ganz groß zu machen, die Rundum-Zufriedenheit unserer Kunden und ein eigenes Büro", sagt die 27-Jährige.

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Artikel Gerhild Niedoba 04. Oktober 2014 - 10:41 Uhr
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