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"Oberösterreicher müssen hungrig nach Erfolg bleiben"

LINZ. Raumfahrt-Manager Frank Salzgeber mit dem Blick von oben.

"Oberösterreicher müssen hungrig nach Erfolg bleiben"

Salzgeber ist Innovationschef bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA Bild: KPMG

"Erfolg ist gefährlich. Er bringt schlaue Leute dazu, zu glauben, dass sie nicht scheitern können." Auch die Oberösterreicher müssten immer hungrig und neugierig wie ein Kind bleiben, sagte Raumfahrt-Manager Frank Salzgeber bei der Veranstaltung "Industrie quo vadis" von KPMG und Industriellenvereinigung (IV) in der voestalpine Stahlwelt: "In Oberösterreich ist der Hunger größer als etwa in Wien, aber es gibt auch hier noch viel Potenzial."

Salzgeber ist Chef für Technologietransfer und Start-ups bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Der Manager, der in Bayern und den Niederlanden lebt, hat mit seinem Team schon 550 Startups unterstützt. In den 1990er-Jahren war er sieben Jahre beim US-IT-Konzern Apple tätig.

In Linz präsentierte er quasi einen Blick von oben auf die Welt und Österreich, so wie er sich den Astronauten von der Internationalen Raumstation ISS aus 400 Kilometern Höhe bietet: "Europa ist nicht so schlecht, wir schreien es nur nicht so raus wie die Amerikaner." Umso wichtiger sei es, dass Europa sein Satellitennavigationssystem Galileo vorantreibe. "Wir brauchen es", sagte Salzgeber, denn das europäische sei das einzig vertrauenswürdige System, was politische Manipulation betreffe.

Als eines der Beispiele für spannende Innovation aus Europa stellte der Manager das Start-up "Lilium" aus dem bayerischen Oberpfaffenhofen vor. Vier junge Leute entwickeln elektrische Fluggeräte, die als Fortbewegungsmittel durch Großstädte brausen könnten.

Salzgeber rät mittelständischen Unternehmen auch in Oberösterreich, dass sie Herausforderungen suchen, langfristig statt in Quartalen denken ("wie Waldbesitzer oder die katholische Kirche") und skeptisch gegenüber Erfolg sind. Dem einst erfolgreichen Foto-Konzern Kodak trauere er nicht nach: "Sie konnten es einfach nicht."

Fronius-Chefin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß betonte in der vom stv. OÖNachrichten-Chefredakteur Dietmar Mascher moderierten Diskussion, dass man sich "immer kritisch hinterfragen muss und nicht auf Erfolg ausruhen darf". Falls Mitarbeiter an Dingen festhalten möchten, weil sie das schon immer so gemacht hätten, könne das zum Riesenproblem werden. Sie appellierte auch an die öffentliche Hand, dass die Zahl der Absolventen in technischen Fächern erhöht werden sollte.

Landeshauptmann Thomas Stelzer sagte, dass Oberösterreich dank seiner Unternehmen bei der Digitalisierung schon weit sei, man aber in den Schulen noch viel zu tun und Bewusstseinsbildung zu leisten habe. Das Land werde in modernes Internet investieren.

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger sagte, dass in der Stadt etwas der "Spirit und der Mut zum Risiko" fehlten. Die Tabakfabrik als neue Innovations- und Start-up-Drehscheibe sei eines der Beispiele, wie man das ändern wolle. (az)

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Artikel 15. November 2017 - 00:04 Uhr
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