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Immobilien-Riese TH Real Estate übernimmt 50 Prozent der Weberzeile

RIED IM INNKREIS. Spar European Shopping holt Finanzinvestor für Rieder Einkaufszentrum an Bord.

Immobilien-Riese TH Real Estate übernimmt 50 Prozent der Weberzeile

2,7 Millionen Kunden besuchten im Vorjahr das Einkaufszentrum Weberzeile. Bild: SES

Das Innviertler Einkaufszentrum Weberzeile bekommt einen neuen Miteigentümer. Der bisherige Alleineigentümer Spar European Shopping (SES), der Immobilienbereich der Spar-Gruppe, hat sich mit einem der größten Immobilieninvestoren, TH Real Estate, auf eine gemeinsame Eigentümerschaft im Innviertel geeinigt. Das bestätigt SES-Chef Marcus Wild den OÖNachrichten. Die Verträge sind bereits unterschrieben. Der Zusammenschluss wurde der Bundeswettbewerbsbehörde gemeldet.

TH Real Estate ist mit einem verwalteten Vermögen von 91 Milliarden Euro einer der größten Immobilien-Investmentmanager der Welt. In 22 Städten in den USA, Europa und Asien werden Fonds und Mandate betreut. In Österreich ist TH an verschiedenen Einkaufs- und Fachmarktzentren beteiligt, darunter das InfraCenter in Linz.

Der Immobilienriese ist reiner Finanzinvestor. Operativ bleibe die Führung bei SES, betont Wild. "Wir haben drei Mal die Allianz als Finanzpartner in Einkaufszentren geholt, etwa in Villach, und gute Erfahrungen gemacht. Jetzt haben wir uns wieder entschlossen, einen Eigenkapitalpartner hereinzunehmen", sagt Wild. Details des Vertrags werden nicht verlautbart.

Starkes Wachstum

Die Weberzeile ist neben Varena in Vöcklabruck und dem Maxcenter in Wels eines von drei Einkaufszentren, das SES in Oberösterreich entwickelt hat und selbst managt. Im Vorjahr haben 2,7 Millionen Menschen das in der Rieder Innenstadt gelegene Einkaufszentrum besucht und 68 Millionen Euro ausgegeben. Das war eine Steigerung von 6,5 Prozent und damit deutlich mehr, als SES in der Gruppe zulegen konnte. SES ist Nummer eins in Österreich und betreibt 29 Standorte in fünf Ländern mit einem Umsatz von 2,88 Milliarden Euro.

 

Welche Zukunft hat der Handel?

 

SES-Chef Marcus Wild über Zara, Rituals und die Linzer Innenstadt

 

Seine Familie hat Spar mitbegründet und führt an der Linzer Landstraße ein Schmuckgeschäft. Er selbst ist Geschäftsführer der Spar-Einkaufszentren-Firma SES. Im Gespräch mit den OÖNachrichten redet Marcus Wild über die Zukunft des Handels. Konkret über....

Die veränderte Branche: „Multimarkengeschäfte werden zurückgedrängt und müssen sich etwas Besonderes einfallen lassen, um zu überleben, weil ja die Preise überall leicht eruierbar sind. Saturn/Media Markt behauptet sich gut. In Innsbruck eröffnet man in unserem Einkaufszentrum das erste Geschäft ohne Kassa.“
Monobrand-Shops: „Ketten wie Zara und H&M sind perfekt durchdachte Distributionssysteme mit eigenen Marken. Sie legen exakt fest, was wann produziert wird und wann sich die Ware dreht. Sie arbeiten mit den verschiedenen Kanälen, also auch online. Dennoch brauchen sie noch stationäre Geschäfte. Etwa um 25 Prozent weniger, aber dafür größere. Wir werden auch in anderen Bereichen Monobrand-Shops sehen, etwa bei den Skiherstellern.“

Die neuen Geschäfte: „Es werden mehr türkische und asiatische Marken kommen. Die Gastronomie gewinnt überall an Bedeutung, vor allem Systemgastronomie. Die Ansprüche an Essen und Ausstattung steigen da auch in den Einkaufszentren. Alles, was mit dem Thema Essen, Gesundheit, Kosmetik und Körperpflege zu tun hat, wird an Einfluss gewinnen. Als Beispiel nenne ich die Kette Rituals oder Estée Lauder. Der Lebensmittelhandel wird im stationären Bereich weiterhin sehr wichtig und dominant bleiben. Außerdem wird auch online stärker offline gehen. Das heißt, dass Onlinehändler auch stationäre Geschäfte haben werden.“

Die Linzer Landstraße: „Sie ist eine der Top-5-Einkaufsstraßen und eine Prachtstraße. Aber nicht alles, was man dort sieht, wird diesem Anspruch gerecht. Der Handel hat aber in der Stadtpolitik nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient. Shopping Center profitieren von ihrer klaren Struktur und Ausrichtung. So etwas lässt sich auch für Innenstädte konzipieren, wir bieten das als SES an. Das muss man nicht einem Verein überlassen, da ist die Politik in der Verantwortung. Denn die Einnahmen aus der Kommunalabgabe kassiert sie ja auch. Aber wenn die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung ein Streitpunkt wird, wird es schwierig.“

Das Vorbild Liverpool: „Mit Liverpool One ist dort ein Stadtviertel konzipiert worden, das Urbanität im besten Sinn – von offenen Geschäften, Gastronomie und Kinos – verkörpert. Urbanisierung ist neben Digitalisierung, Individualität einer der Megatrends – auch im Handel. Im Europark in Salzburg gibt es auch ein Kulturangebot, von Kleinkunst bis zu den Mozartwochen.“

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Artikel Dietmar Mascher 14. April 2018 - 00:05 Uhr
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