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Göweil wächst um ein Drittel und baut Fabrik in Rainbach

KIRCHSCHLAG. Agrartechnik: Mühlviertler Maschinenbauer ist mit Heupressen und Wickelmaschinen weltweit erfolgreich und expandiert erneut.

Göweil wächst um ein Drittel und baut Fabrik in Rainbach

Herbert Göweil vor Großmaschine: 100.000 Euro je Stück Bild: VOLKER WEIHBOLD

"Hidden Champions – versteckte Meister" nennt man in der Wirtschaft Unternehmen, die in Nischen international erfolgreich sind, ohne große Öffentlichkeit zu erhalten. Häufig sind es Familienbetriebe, die von Innovationsgeist geprägt sind.

Die Göweil Maschinenbau GmbH gehört zu dieser Spezies. Sie ist in nicht einmal 30 Jahren von einer kleinen Werkstätte für Landmaschinen zum Erzeuger schwerer, elektronisch gesteuerter Agrartechnik mit derzeit 170 Mitarbeitern gewachsen. Das Wachstum setzt sich trotz volatiler Agrarmärkte fort. "Wir liegen heuer 30 Prozent über Plan, und unser Werk hier platzt aus allen Nähten", sagt der geschäftsführende Gesellschafter, Herbert Göweil, den OÖNachrichten. Deshalb soll im Gewerbepark in Rainbach im Mühlkreis ein zweites Werk errichtet werden, mit vorerst rund 50 Arbeitsplätzen. Detailplanung gebe es noch nicht.

"Die großen Landmaschinenproduzenten haben den Trend übersehen. Das war unser Glück", sagt Gründer Herbert Göweil zum Grundstein des Firmenerfolgs. Dieser Trend bestand darin, dass die Grünlandbauern ab etwa 1990 nach effizienter Technik zur Produktion von Grassilage suchten. Statt in aufwendigen Hochsilos sollte das Futter in Kunststoffballen reifen. "Peter Gangl aus Kirchschlag hat mir gesagt, ich sollte ihm so eine Maschinen bauen", erinnert sich Tüftler Göweil. "Wir haben 1989 auf der Rieder Messe ausgestellt, und da haben uns alle für verrückt gehalten. Da würden höchstens zwei Maschinen pro Bezirk gebraucht. Heute rennen allein in Kirchschlag ein Dutzend."

1997 sei ihm auf der weltgrößten Agrarmesse in Hannover der internationale Durchbruch geglückt, mit einer Wickelmaschine, die mit Ballenpressen aller namhaften Erzeuger kombiniert werden konnte. Seit fünf Jahren baut Göweil eigene Press-Wickel-Kombinationen. Stückpreis: 100.000 Euro. Eine Wickelmaschine kostet rund 40.000 Euro. Die Verkaufszahlen steigen trotz harten Wettstreits mit Weltkonzernen wie John Deere, Claas oder Krone.

Mercedes der Wickeltechnik

"Die Großen kochen auch nur mit Wasser. Wir haben viele Alleinstellungsmerkmale, etwa mit Automatisierungen", sagt Göweil. Die Mühlviertler Produkte bewähren sich im Langzeiteinsatz in großen Agrarbetrieben; sie gelten technologisch als Mercedes. Die Exportquote beträgt 85 Prozent.

 

Eine Karriere

Herbert Göweil (52) aus Kirchschlag (Urfahr-Umgebung) ist Alleineigentümer und Geschäftsführer der gleichnamigen Maschinenbaufirma. Er lernte Maschinenschlosser in Linz und machte sich 1988 mit zwei Mitarbeitern und einer kleinen Schlosserei und Landmaschinenwerkstätte im Elternhaus in Kirchschlag selbständig.

Die Göweil Maschinenbau GmbH beschäftigt heute 170 Mitarbeiter und setzt mehr als 30 Millionen Euro um. Pro Jahr werden rund 350 Wickelmaschinen für Heuballen verkauft, bis nach Südamerika und Neuseeland.

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Artikel Josef Lehner 20. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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