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Computerspiele: Start-up aus Mondsee mischt im Milliardenmarkt mit

MONDSEE. Vier Oberösterreicher haben eine Plattform für die gängigsten Online-Spiele entwickelt.

Computerspiele: Start-up aus Mondsee mischt im Milliardenmarkt mit

100 Millionen Menschen spielen mindestens einmal im Monat League of Legends. Bild:

Auf 900 Millionen US-Dollar haben Marktforscher 2016 den Markt mit Computerspiel-Wettbewerben, auch eSports genannt, taxiert. Heuer soll die Milliardengrenze übersprungen werden, denn Zuschauerzahlen und Werbeeinnahmen steigen rasant. Mitten in diesem Milliardengeschäft bewegen sich vier junge Mondseer, die sich mit einer Online-Plattform für Computerspiele selbstständig gemacht haben.

Roman Knoblechner, Dominik Mayrhofer, Ingo Potocnik und Bernhard Eder heißen die Jungunternehmer. Ihre Firma haben sie "pwnwin" getauft – ein Wortspiel, das frei übersetzt "klar besiegt und gewonnen" bedeutet. "Wir hatten zu Beginn alle andere Jobs, haben uns jeden Tag nach dem Büro getroffen und bis Mitternacht gearbeitet", erzählt Bernhard Eder. Nach einem halben Jahr war klar: Alle kündigen, um "pwnwin" voranzutreiben.

Herzstück der Firma ist eine Plattform, um Computerspieler zusammenzubringen, deren Spielergebnisse zu analysieren und zu bewerten. Die Plattform hat Schnittstellen zu den sechs größten Onlinespielen, darunter "League of Legends", "Dota2" und "CS:GO". 100 Millionen Leute spielen "League of Legends" monatlich.

Auch bei "pwnwin" steigen die Nutzerzahlen rasant. Die Plattform ist Anfang 2016 online gegangen, derzeit hat sie knapp eine Million Nutzer. "In zwei Jahren wollen wir zehn Millionen User haben", sagt Eder. Umsätze generiert "pwnwin" über Premium-Abos, Werbung und die virtuelle Währung, die in Sachpreise umgewandelt werden kann. Eine Reihe von Investoren ist mittlerweile eingestiegen, darunter Michael Altrichter von "Start-up 300". Die vier Gründer halten derzeit noch zwei Drittel der Anteile. Um die weitere Expansion zu finanzieren, sind heuer Investorenrunden in den USA geplant.

Aufgrund des rasanten Wachstums ist der eSports-Markt heiß umkämpft. 20 Start-ups gibt es im Bereich Online-Plattformen. Jene aus Oberösterreich sei nach einer britischen die Nummer zwei auf dem Markt, sagt Eder. 214 Millionen Zuschauer haben im Vorjahr eSports-Veranstaltungen verfolgt. Bis 2019 sollen es 300 Millionen sein. Das Publikum ist zu 85 Prozent männlich und jünger als 25.

Jedes Jahr finden eSports-Weltmeisterschaften etwa von "League of Legends" statt, 2014 in Seoul in einem Stadion mit 50.000 Besuchern: Die Tickets waren binnen elf Minuten ausverkauft.

Besiegt

pwned [sprich: poned] ist ein häufig verwendeter Begriff in der Computerspielwelt. Es bedeutet, seinen Gegner vernichtend zu schlagen.

Die vier Jungunternehmer aus Mondsee haben „pwn“ mit „win“ (engl. für gewinnen) kombiniert und so ihren Firmennamen „pwnwin“ geschaffen. Das Unternehmen hat neun Mitarbeiter in der Zentrale in Mondsee und in einem Büro in Wien.

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Artikel Susanne Dickstein 23. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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