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g.tec in Schiedlberg wächst mit der Kraft der Gedanken

SCHIEDLBERG. Das Biomedizintechnikunternehmen g.tec macht es möglich, dass Hirnaktivität wie durch Geisterhand in Aktionen umgesetzt werden kann. Der Pegasus-Gewinner in Gold entwickelt Biosignalverstärker.

Körperlich beeinträchtigte Menschen können kraft ihrer Gedanken Buchstaben auf den Computer „zaubern“ und so etwa mittels Twitter auf Social-Media-Plattformen kommunizieren.

Auch der Held im Computerspiel wird nicht mit Maus oder Joystick, sondern durch die Kraft des Denkens gelenkt. Eine Kappe mit viel High-Tech, die Gehirnaktivität misst, verstärkt und in Aktionen umwandelt, macht es möglich. Diese Technologie produziert g.tec mit Standorten in Schiedlberg und Graz.

„Schon als Kind war mir klar, dass nur Elektrotechnik infrage kommt“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter, Christoph Guger. An der Technischen Universität Graz studierte der heute 38-Jährige Biomedizintechnik. Dass dann der Schwerpunkt die Schnittstelle zwischen Hirn und Computer wurde, ist auch Gugers Doktorvater Gert Pfurtscheller zu verdanken. Der heute emeritierte Professor ist noch immer am Institut für „Knowledge Discovery“ in seinem Spezialfach tätig.

An der John-Hopkins-Uni in Baltimore in den USA fing Guger für die Kraft der Gedanken vollends Feuer. 1999 gründete er mit seinem Studienkollegen Günter Edlinger g.tec Guger Technologies.

32 Mitarbeiter beschäftigt der Pegasus-Gewinner in Gold in der Kategorie Kleinbetriebe, und damit mehr als doppelt so viele als 2008. Die Forschungsquote beträgt 50 Prozent. Denn mit der Kappe, die die mittels EEG erfassten Gehirnströme verstärkt und umwandelt, gibt sich Guger nicht zufrieden. Ein implantierter Chip ist für ihn die Zukunftsmusik und auch die Hoffnung für viele körperlich eingeschränkte Menschen, einfacher zu kommunizieren und Bewegung zu veranlassen.

Mehr als 98 Prozent des Umsatzes, den Guger nicht nennen will, werden außerhalb Österreichs erwirtschaftet. Unternehmen wie Nokia, BMW und Merck zählen zu den Kunden, die ihrerseits g.tec-Produkte in der Forschung einsetzen. Die Heizung im Auto kraft seiner Gedanken zu steuern, ist zwar noch immer Zukunftsmusik, aber keine reine Utopie mehr. Obendrein nimmt g.tec an EU-Forschungsprogrammen teil.

Was Guger derzeit am meisten beschäftigt? Der Mangel an Programmierern und sein acht Monate junger Nachwuchs mit Gattin Nicole.

 

G.Tec: Hirn-High-Tech

Das Medizintechnikunternehmen g.tec wurde 1999 von Christoph Guger und Günter Edlinger als „Spin off“ der TU Graz gegründet. Heute beschäftigt die schnell wachsende, auf Hirnstrom-Technologie spezialisierte Firma 32 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Schiedlberg. g.tec hat einen weltweit einzigartigen Biosignalverstärker entwickelt.

Kommentare
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Artikel 15. Juni 2011 - 00:04 Uhr
Karin Haas
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Pegasus-Gewinner Christoph Guger, Motor der Biomedizintechnik-Firma g.tec.  Bild: Weihbold

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Pegasus in Gold an Lenzing, Erema und g.tec

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