
Es war ein beispielloser Einbruch, mit dem der weltweit tätige Familienbetrieb zu kämpfen hatte. Die Aufträge gingen in der Wirtschaftskrise um bis zu 70 Prozent zurück. Das Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende März) endete mit einem kleinen Verlust. 320 Mitarbeiter wurden vorübergehend abgebaut – mit Aussetzverträgen, Bildungskarenz und Stiftungen.
Der Kunststoff-Maschinenbauer hat sich sehr schnell erholt. 2010/11 wurde der Umsatz auf 615 Millionen Euro fast verdoppelt, er liegt knapp unter der Rekordmarke von 2007/08. Im aktuellen Geschäftsjahr rechnet Engel mit gut 700 Millionen Euro Umsatz – ein Höchstwert. Das Ergebnis ist wieder positiv.
Die 320 Mitarbeiter konnten zurückkehren. 70 Beschäftigte mussten vorübergehend als Leiharbeiter tätig sein. Mittlerweile sind sie wieder im Stammpersonal. Es gibt 60 offene Stellen, vom Metall-Facharbeiter bis zum Auftragsbearbeiter. In Österreich ist die Mitarbeiterzahl mit 2220 leicht höher als vor der Krise. Konzernweit sind es 3574. Engel hat Werke in Schwertberg, Dietach, St. Valentin, Tschechien, Deutschland, Südkorea, China und den USA.
Die Verkaufspreise erholen sich. „Auf Dauer wären Preise wie in der Krise, die teils nicht kostendeckend waren, nicht durchzuhalten“, sagt Engel-Geschäftsführer Christian Pum.
Engel hat beim OÖNachrichten-Wirtschaftspreis Pegasus den Sonderpreis des Landes „Erfolgreich aus der Krise“ gewonnen. Ein Faktor sei die Produktpolitik, sagt Pum: „Wir haben Antriebssysteme für unsere Spritzgießmaschinen entwickelt, die bis zu 70 Prozent Energie sparen.“ Sein Kollege Gotthard Mayringer betont, dass die „extrem gute und flexible Belegschaft“ Erfolg möglich mache.
Engel liefert zu 40 Prozent an die Auto-Branche, die besonders starke Schwankungen ausgelöst hat. Die Bereiche Medizintechnik und Verpackungsindustrie sollen ausgebaut werden.
Das Unternehmen gehört zu rund drei Vierteln der Familie Schwarz, den Nachfolgern von Ludwig Engel, der die Firma 1945 gründete. Der eigentümergeführte Betrieb und die hohe Eigenkapitalquote (derzeit 40 Prozent) hätten die Krisenbewältigung erleichtert, sagt Mayringer: „ Wir hatten ein betriebswirtschaftliches Problem, weil die Maschinen nicht ausgelastet waren, aber kein existenzielles.“
Auf den hochwertigen Engel-Maschinen wird nicht nur teure Ware, sondern beispielsweise auch das indische Billigstauto Tata Nano hergestellt. (az)
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