01. April 2017 - 00:04 Uhr · Dietmar Mascher · Pegasus

Was wurde aus den Pegasus-Siegern?

Was wurde aus den Pegasus-Siegern?

1995: Hannes Hödlmayr, Josef Frauscher (Sensortechnik), Staatssekretär Johannes Ditz, Karl Skopek (Colop-Skopek), Karl Büche (BrauAG) Bild: OON

Seit 1994 küren die OÖNachrichten die besten Unternehmen des Landes.

Ernst Nussbaumer war ein knallharter Manager. Als Chef der Strabag war er den nicht immer ganz so zimperlichen Umgangston der Baubranche gewöhnt. Aber als er 1994 den Pegasus in Gold in Händen hielt, war er doch gerührt. Damals kürten die OÖNachrichten zum ersten Mal die besten Betriebe des Landes. Und sie tun das mit ihren Partnern Raiffeisen Landesbank, Land, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sowie KPMG auch heuer wieder, bereits zum 24. Mal. Was aber wurde aus den Preisträgern?

Die Liste der Preisträger liest sich wie das "Who Is Who" der oberösterreichischen Wirtschaft. Die meisten Betriebe sind heute noch sehr erfolgreich tätig. Einige wurden verkauft. Die Pleite der FMT Industrieholding, eines Preisträgers von 2010, zeigt aber auch, dass Ruhm vergänglich und eine Momentaufnahme sein kann, auch wenn beim Pegasus jeweils die vergangenen drei Geschäftsjahre zur Bewertung herangezogen werden.

Von den ersten drei Preisträgern aus dem Jahr 1994 haben zwei schon einige Zeit neue Eigentümer. Die Strabag wurde von der Bau Holding des Kärntner Unternehmers Hans-Peter Haselsteiner 1997/98 übernommen, der daraus einen europäischen Konzern formte und ihn letztlich wieder Strabag nannte. Sport Eybl, das einige Jahre später als Sport Eybl/Sports Experts noch einmal den Pegasus gewann, existiert heute nicht mehr, sondern ist im britischen Handelskonzern Sports Direct aufgegangen, der sich in Österreich ziemlich schwer tut. Der Welser Spezialist für Acryl-Badewannen, Wiro Polypex, hat den Namensteil Wiro abgelegt. Wiro stand für den mittlerweile verstorbenen Firmengründer Robert Wimmer, die von ihm gegründete Privatstiftung ist nach wie vor Eigentümerin. Mit neuem Management wurde das Unternehmen zuletzt neu strukturiert.

Brau Union mal zwei

1995 gewann die BrauAG den Pegasus in Gold. Damals bestimmten noch österreichische Brauereifamilien die Geschicke des Unternehmens. Als 2013 das Unternehmen als Brau Union neuerlich einen ersten Platz belegte, war der Vorstandschef Markus Liebl zwar ein Spross einer der einstigen Eigentümerfamilien. Mittlerweile ist der größte heimische Bierhersteller aber Teil der niederländischen Heineken-Gruppe. Hannes Hödlmayr führt sein Transportunternehmen noch heute.

Josef Frauscher gewann 1995 mit seiner Sensortechnik den Pegasus in Gold bei den Kleinbetrieben. Er ist mittlerweile so groß und erfolgreich, dass er 2013 Silber bei den mittelgroßen Betrieben gewann. Dieses Kunststück gelang auch Gertrude Schatzdorfer mit ihrem Unternehmen aus Gampern 2006 und 2008.

1996 war das Jahr der Voest Stahl. Peter Strahammer kam selbst zur Siegerehrung. Bei den Mittelbetrieben siegte Happy Foto. Gründer Bernhard Kittel wiederholte seinen Erfolg 2001. Mehrfachgewinner sind auch BMW und Wacker Neuson (damals noch unter dem Namen Neuson Kramer) sowie die Lenzing AG.

1997 und 1999 gewann VA Industrieanlagenbau Gold (der damalige Chef Gerhard Falch war im Jahr 2012 auch mit der Amag Bronze-Gewinner), der heute Teil von Primetals ist.

1998 gewann FACC, damals waren die Eigentümer allerdings noch Raiffeisen, Fischer und Hannes Androsch.

"Noch nie so angespannt wie beim Saalvoting"

„Noch nie so angespannt wie beim Saalvoting“

„Seit dem Pegasus muss ich keinem mehr erklären, was ich mache“, sagt Hubert Rapperstorfer, Gründer von Rapperstorfer Automation mit Sitz in Steinhaus bei Wels. Der Unternehmer hat im Vorjahr den Pegasus-Sonderpreis für innovative Jungunternehmer gewonnen. Er setzte sich im Finale beim Saalvoting im Linzer Brucknerhaus durch. „Ich war noch nie in meinem Leben so angespannt wie auf der Bühne während des Saalvotings, als die Balken auf den Schirmen liefen“, erzählt Rapperstorfer.

Eine Reihe von Auszeichnungen

Dabei hat der 44-Jährige einiges an Erfahrung, was Preisauszeichnungen angeht. Mit seiner auf Automatisierungslösungen für die Bauwirtschaft spezialisierten Firma hat er sowohl den deutschen Innovationspreis als auch den Innovationspreis des Landes und den Ideenwettbewerb Edison gewonnen. „Binnen eines Jahres habe ich insgesamt sechs Preise erhalten.“

Die Teilnahme beim Pegasus kann er jedem Jungunternehmer empfehlen: „Der Preis ist einfach eine großartige Belohnung für die Mühen, die man als Gründer auf sich nimmt, um ein hochgestecktes Ziel zu erreichen“, sagt Rapperstorfer.

 

Einsendeschluss ist am 7. April

Die Liste der Bewerber für den Pegasus 2017 wird täglich länger. Alle Unternehmen mit Sitz in Oberösterreich sind teilnahmeberechtigt. Der Pegasus wird in drei Kategorien vergeben – abhängig von der Mitarbeiterzahl. Darüber hinaus gibt es auch heuer wieder zwei Sonderpreise, einen für „Frauen in führenden Positionen“ und einen für „innovative Jungunternehmer“.

Bis Freitag, den 7. April, läuft die Einreichfrist. Alle Bewerber sind automatisch zur Gala-Nacht der Wirtschaft am 7. Juni im Brucknerhaus eingeladen. Infos unter www.nachrichten.at/pegasus

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/pegasus/Was-wurde-aus-den-Pegasus-Siegern;art155990,2527428
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