ePaper | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Donnerstag, 24. Mai 2012, 02:39 Uhr Linz  18°C ·  Freistadt  15°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Chinesischer Autobauer drängt auf europäischen Markt

SOFIA. Ein chinesischer Autohersteller wagt den Schritt auf den europäischen Markt: Im Norden Bulgariens, in Lowetsch, eröffnete das Unternehmen Great Wall (Große Mauer) am Dienstag die erste chinesische Autofabrik auf europäischem Boden. 4000 Geländewagen sollen dort in diesem Jahr vom Band rollen.

Die ersten Versuche vor ein paar Jahren waren wenig vielversprechend: Der Jiangling Landwind zerschellte mit Karacho im Crashtest, der Shuanghua CEO sah von hinten aus wie der Geländewagen X5 von BMW. Jetzt wagt erneut ein chinesischer Hersteller den Schritt auf den europäischen Markt: Im Norden Bulgariens, nahe der 40.000-Einwohner-Stadt Lowetsch, eröffnete Great Wall (Große Mauer) am Dienstag die erste chinesische Autofabrik auf europäischem Boden. 4.000 Geländewagen sollen dort in diesem Jahr vom Band rollen.

Das Werk betreibtGreat Wall zusammen mit der bulgarischen Firma Litex. Zunächst sollen 150 Angestellte in Lowetsch am Band stehen und aus China stammende Great Wall-Autoteile zusammenschrauben. "Aber je nach Nachfrage können wir auch in zwei oder drei Schichten produzieren und 50.000 oder sogar 70.000 Autos pro Jahr herstellen", sagt Litex-Marketingdirektor Iwo Dekow.

Niedrige Löhne, niedrige Steuern, gute Arbeiter

Bulgarien, das Armenhaus Europas, bietet niedrige Löhne und niedrige Steuern, die Arbeiter gelten aber als gut ausgebildet. Die ideale Startbasis für den chinesischen Autohersteller. "Es ist für uns von strategischer Bedeutung, Zugang zum Markt der Europäischen Union zu bekommen", sagte Firmenchefin Wang Feng Ying am Dienstag bei der Eröffnung in Begleitung des bulgarischen Regierungschefs Bojko Borissow. Great Wall  wolle seine Autos zunächst in Bulgarien und dann in den Nachbarländern verkaufen.

Im Werk in Lowetsch werden seit November schon testweise Autos zusammengeschraubt: der Kleinwagen Voleex C10 und der Pick-Up Steed 5. Verkauft werden sie auch schon: für 16.000 bis 25.000 Lewa (8.200 bis 12.800 Euro). 200 Stück fanden in Bulgarien schon Käufer, sagt Dekow. "Das ist doch ein großer Erfolg!" Das Interesse an der Marke, am Werk und an den Autos sei groß, die Reaktion der Kunden "durchweg positiv".

Neben dem guten Preis bietet Litex auch eine Fünf-Jahres-Garantie. 17 Händler gibt es schon in Bulgarien, 20 sollen es bis Ende 2012 werden. Sie stellen dem Kunden sein Auto binnen 24 Stunden auf den Hof. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen drei weitere Modelle anbieten, darunter einen Geländewagen. Great Wall -Chefin Wang sagte, in drei bis fünf Jahren werde das Unternehmen eine ganze Modellpalette offerieren, und "unsere Autos werden wir in alle Ländern Europas verkaufen".

Größter Geländewagenhersteller Chinas mit Werken in der ganzen Welt

Dieses Mal könnte es klappen: Great Wall ist nicht nur der größte Geländewagenhersteller in der Volksrepublik, das Unternehmen hat schon Werke in rund einem Dutzend Länder, darunter in Russland, Indonesien, Ägypten und der Ukraine.

Andere chinesische Hersteller expandieren ebenfalls, allerdings mit anderer Strategie: Geely etwa hat 2010 den schwedischen Hersteller Volvo von Ford gekauft, Chery hat zusammen mit der italienischen DR Motor Ende vergangenen Jahres das Fiat-Werk im sizilianischen Termini Imerese übernommen. "So machen sie Fortschritte in Sachen Qualität", sagt Auto-Experte Yann Lacroix von Euler Hermes.

Und dabei sind sie seit dem Landwind-Crashtest im Jahre 2005 ein gutes Stück vorangekommen: Das Institut Euro NCAP, zuständig für die Sicherheitstests und für die Vergabe des europäischen Standards, bescheinigt den chinesischen Herstellern eine "spektakuläre Entwicklung". Das erste chinesische Auto hatte 2010 im Test zwei von fünf Sternen bekommen. Die nächsten beiden Modelle aus der Volksrepublik, getestet 2011, erreichten bereits vier Sterne.

1
China PKWs · von mike12_2008 (52) · 22.02.2012 21:22 Uhr

Braucht in Europa kein Mensch. Selbst die Japaner und Koreaner konnten am Europäischen Markt nur vergleichsweise schwer Fuss fassen.
Bei den vielen technisch und qualitativ hochwertigen PKWs von europäischen Herstellern wirds sehr schwierig für die Chinesen.
Mit Skoda und Dacia gibt's zu allem Überfluss auch noch "eigene" Billigmarken.

(0)
2
.... da werden unsere proleten aber... · von fabercastell (43) · 22.02.2012 12:04 Uhr

in einen regelrechten kaufrausch verfallen.... und sich gleichzeitig um die eigenen jobs bringen grinsen

durch grenzenlose gier sägt Europa schon lange an jenem ast auf dem es sitzt! bald ist dieser ast abgesägt. know-how wird nach china verscherbelt und produkte aus china billig gekauft. chinesische produkte sind nur aufgrund der dort herrschenden schlechten arbeitsbedingungen und moral so billig. mitarbeiter/kinder werden ausgebeutet. alles wird gefälscht und kopiert und schließlich günstig nach europa verscherbelt. bei uns wird dann die sozialhilfe/familienbeihilfe für günstige produkte (iphones) aus china verjubelt.

(1)
3
wie stolz war Schröder vor nicht mal 20 Jahren · von gegenstrom (5976) · 22.02.2012 10:42 Uhr

...als er für Mercedes in China ein Werk eröffnen konnte. Das war doch Entwicklungshilfe.
Heute halten die Chinesen viele Staatsanleihen aus der EU und aus Amerika und wenn sie diese fällig stellen würde, wären alle Staaten sofort pleite.
Aber sie machen es humaner - kaufen unsere Firmen auf und bauen eigenständig mitten in der EU - schließlich hat ja die EU die 3 Grundfreiheiten für den Ausverkauf beschlossen: Freier Waren- Finanz- und Dienstleistungsverkehr.
Warten wir noch mal 20 Jahre und die EU steht nur mehr in Geschichtsbüchern.

(0)
Artikel 22. Februar 2012 - 00:04 Uhr
nachrichten.at/apa
Bild vergrößern Great Wall

Great Wall   Bild: Reuters

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »