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Inflation sank auf 3,2 Prozent, aber Treibstoff treibt Teuerung weiter

WIEN. Leichte Entspannung bei der Teuerung: Die Inflation sank in Österreich im Dezember im Jahresabstand von 3,6 auf 3,2 Prozent. Mineralölprodukte wurden von einem recht hohen Niveau mit plus 14 Prozent weiter teurer. Ohne sie hätte die Teuerung nur 2,6 Prozent betragen.

Dämpfend, aber nur theoretisch, schlägt sich der sogenannte Basiseffekt in der eingebremst erscheinenden Teuerung nieder. Hält ein Anstieg wie bei den Treibstoffpreisen mehr als ein Jahr an und bleibt auf hohem Niveau, wirke er sich schwächer auf den Verbraucherpreisindex (VPI) aus, verlautet aus der Statistik Austria.

Weitere wichtige Preistreiber waren Wohnen und Lebensmittel. Kaffee wurde im Jahresschnitt um 23 Prozent teurer und viele weitere Nahrungsmittel ebenfalls in zweistelligen Prozentsprüngen: wie Zucker um 20,5, Pflanzenöl um 14,2 und Butter um 12,3 Prozent.

„Wohnung, Wasser und Energie“ zogen mit 3,7 Prozent Anstieg den VPI um 0,68 Prozentpunkte nach oben. Ausschlaggebend waren Teuerungen bei der Haushaltsenergie (plus 6,4 %). Wohnungsinstandhaltung kam um 3,3 Prozent teurer, Mieten stiegen um 4,0 Prozent.

Der Anstieg beim „Verkehr“ mit plus 4,5 Prozent wurde überwiegend durch Sprit-Preise verursacht. Wartung und Reparaturen von Pkw kosteten um vier Prozent mehr.

Im Gesamtjahr 2011 betrug die Teuerungsrate im Schnitt 3,3 Prozent. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000. In den 90ern war die Inflation in Österreich nur 1993 mit 3,6 Prozent noch höher gewesen.

Der Anstieg für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag im Dezember mit 3,3 (nach 3,8) Prozent erneut leicht über jenem des allgemeinen VPI. 2011 legte der PIPH um 3,4 Prozent zu, ebenso stark wie 2008.

 

Die Preistreiber

• Pfirsiche, Nektarinen: plus 48,1 %

• Bohnenkaffee: plus 23 %

• Kristallzucker: plus 20,5 %

• Diesel: plus 20,4 %

 

Die Preisdämpfer

• Wohn-Accessoires: minus 14,4 %

• Mobiltelefone: minus 11 %

• Notebook: minus 10,6 %

• Digitalkamera: minus 9,4 %

• DVD-Film: minus 5,9 %

 

Verbraucherpreis

Dezember-Index (Basis 2010=100)
Oktober 2011 104,0
November 2011 104,1
Dezember 2011 104,3

Steigerungsrate: 3,2 Prozent

VPI 05 (2005=100) 114,2
VPI 00 (2000=100) 126,3
VPI 96 (1996=100) 132,9
VPI 86 (1986=100) 173,8
VPI 76 (1976=100) 270,1
VPI 66 (1966=100) 474,0
VPI  I (1958=100) 604,0
VPI II (1958=100) 606,8

Jahres-Index 2011 (Basis 2010=100)
Steigerungsrate: 3,3 Prozent
Jahresdurchschnitt: 103,3
VPI 2005 (2005=100) 113,1
VPI 2000 (2000=100) 125,0
VPI 96   (1996=100) 131,6
VPI 86   (1986=100) 172,0
VPI 76   (1976=100) 267,4
VPI 66   (1966=100) 469,3
VPI I    (1958=100) 598,0
VPI II   (1958=100) 599,9

Jahresdurchschnitt 2011

 

1
Ohne Erhöhung der · von derzweifler (953) · 17.01.2012 10:48 Uhr

Mineralölprodukte hätte die Teuerung 2,6 % betragen.
Jetzt verstehe ich endlich warum die Pensionen um 2,7 % erhöht wurden, die Differnz von 0.1% ist für die Abgeltung der Mineralprodukte. ALLES KLAR

(0)
2
künstlich · von mapi (508) · 17.01.2012 07:41 Uhr

Und die Mineralölpreise werden durch Stimmungsmache und absichtlich immer weiter nach oben getrieben. Na, sauber!

Ich frage mich allerdings was Kaffee, Zucker und Pfirsiche so teuer macht? Gibt´s da auch ein Embargo?

(1)
3
Mineralölpreise · von sting (6061) · 17.01.2012 10:54 Uhr

Der Anstieg ist - abgesehen vom Steueranteil - deutlich auf die Verknappung und die teurer werdende Förderung zurückzuführen.

Nach 9/11 sank aufgrund der weltweiten Wirtschaftsschwäche der Preis ein, jetzt geht der Anstieg kräftig weiter bis es dann so richtig knallt, und Kontingente wieder eingeführt werden, damit sich nicht nur "die Reichen" Energie leisten können.

(0)
Artikel 17. Januar 2012 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Inflation sank auf 3,2 Prozent, aber Treibstoff treibt Teuerung weiter

Preistreiber Bohnenkaffee  Bild: Erwin Wodicka

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