„Jeder zweite Opel fährt mit einem Getriebe aus Österreich und jeder dritte Wagen mit einem in Wien-Aspern gefertigten Motor“, sagt Elisabeth Schuller, Sprecherin des GM-Werks, im OÖN-Gespräch. Im Vorjahr wurden 900.000 Getriebe und 458.000 Benzinmotoren gefertigt.
Auf die Krise bei Opel reagiert man in Wien-Aspern mit Produktionsstillständen und dem Abbau von Leiharbeitskräften. „Im November ruht die Motorenfertigung an vier Tagen, die Sechsgang-Getriebeproduktion für sechs Tage und die Fertigung bei den Fünfgang-Getrieben für neun Tage“, sagt Schuller.
Längerer WeihnachtsurlaubIm Dezember/Jänner wird der seit Jahresanfang geplante Weihnachtsurlaub spürbar verlängert. Insgesamt steht die Produktion von 18. Dezember bis 7. Jänner.
Von den 1850 Stamm-Mitarbeitern ist laut Schuller noch keiner gekündigt worden, auch Kurzarbeit sei nach derzeitigem Stand nicht notwendig. „Im Dezember gibt es keine Änderung beim Personal. Aber die Situation in der Branche ändert sich schnell.“
In Oberösterreich haben von den 245 Partnern im Automobil-Cluster 18 Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu GM bzw. Opel, sagt Cluster-Manager Thomas Eder. Darunter sind Unternehmen wie die voestalpine, SAG, KTM Kühler, Nemak oder Austria Aluguss.
In der rotweißroten Zulieferindustrie, die rund 700 Betriebe mit 150.000 bis 200.000 Beschäftigten umfasst und einen Produktionswert von 23,5 Milliarden Euro herstellt, befinden sich derzeit Zehntausende unfreiwillig auf Urlaub, zu Kündigungen in der Stamm-Belegschaft ist es bis dato nur in Ausnahmefällen (Magna) gekommen. „Das Instrument Kurzarbeit ist allerdings bis an die Grenze ausgereizt“, sagt Walter Linszbauer, Geschäftsführer des Fachverbands Fahrzeugindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Das sei ein gutes Zeichen, denn „wenn es keine Hoffnung gäbe, wäre schon mehr gekündigt werden“.
Krisentreffen in BerlinIn Berlin gab es gestern Abend mehrere Krisentreffen zur Causa Opel, bei der über die Staatsbürgschaft in Höhe von einer Milliarde Euro für den Autobauer beraten wurde.
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