OÖN: Sie werden den Marktauftritt der Telekom Austria in Österreich grundlegend ändern und die Trennung in Festnetz-Telefon und Handysparte beenden?
Ametsreiter: Die Kunden fordern ein Angebot, eine Rechnung, einen Betreuer. Wir werden in Österreich mit einer starken Marke unser Gesamtangebot bündeln. Das wird A1 sein, in einem vom Design her komplett neuen Auftritt. (A1 stand bisher nur für Mobilfunk, Anm.) Wir folgen damit der auf Firmenbasis bereits vollzogenen Fusion von Festnetz und Mobilfunk. Diese Zusammenführung ist europa- und weltweit ein Trend bei Telekommunikationsunternehmen.
OÖN: Wie dürfen sich Kunden das vorstellen?
Ametsreiter: In den bestehenden A1-Shops werden sie ab Juni Handy- und Festnetzangebote, also auch Internet und Internet-Fernsehen, bekommen. Es wird eine Hotline für alle Kundenanliegen geben, genauso wie einen Internetauftritt. Nur für den Kapitalmarkt werden wir als Telekom Austria Group auftreten. In den Auslandsmärkten werden wir die regionalen Tochtergesellschaften mit ihren Marken belassen.
OÖN: Werden Sie dann weniger Festnetz-Außendienstmitarbeiter brauchen bzw. mehr in den Shops?
Ametsreiter: Die Zahl der Shops wird gleich bleiben. Beim Festnetzvertrieb wird mehr Bedarf als bisher sein, weil die künftig viel mehr Produkte anbieten dürfen. Wir werden aber Einsparungen von einigen Millionen Euro im Werbebudget spüren.
OÖN: Was wird mit der Diskontmarke der Telekom Austria, „Bob“, passieren?
Ametsreiter: Das ist unsere Rakete im Markt, die Marke wird es weiterhin geben. Wir haben Yesss (Billigschiene von Orange) überholt und steuern langsam auf eine Million Kunden zu.
OÖN: Ihr geplanter Kauf des serbischen staatlichen Telekom-unternehmens hat in Serbien wegen der niedrigen Höhe Ihres Angebots erhebliche Missstimmung verursacht. Haben Sie Ihr Angebot von 950 Millionen wie kolportiert um 100 Millionen Euro nachgebessert?
Ametsreiter: Die Angebotslegungsfrist wurde bis 4. Mai verlängert, wir arbeiten noch daran. Von einer Missstimmung habe ich in den immer freundlichen Meetings mit serbischen Regierungsmitgliedern nichts gemerkt und hoffe, dass das so bleiben wird.
OÖN: T-Mobile und Orange Österreich haben sich kürzlich überraschend geeinigt, Handymasten gemeinsam zu nutzen. Sie sehen einfach zu?
Ametsreiter: Der Druck ist für uns mit unserer Netzqualität nicht so groß, Infrastruktur zu teilen. Wir sehen uns das einmal an.
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