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Berlakovich: „Sinn der Prämien ist nicht, Millionäre zu fördern“

LINZ. Jene Bauern, die mehr für Umwelt und Gesellschaft leisten, sollen mehr belohnt werden. Das sagt Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich im OÖNachrichten-Interview.

OÖN: Laut „Schwarzbuch Landwirtschaft“ ist Österreich eine Steueroase und ein Land des Subventionswahnsinns. Sehen Sie das auch so?

Berlakovich: Überhaupt nicht. Das Buch reiht sich ein in die zuletzt erfolgte Skandalisierung der österreichischen Agrarwirtschaft, die ich auf das Schärfste zurückweise. Die Dinge werden verdreht.

OÖN: Aktive Politiker und Funktionäre werden mit insgesamt 100 Millionen Euro gefördert. Wie viel bekommen Sie?

Berlakovich: Ich bekomme gar nichts. Ich habe immer strikt getrennt und bin hauptberuflich in der Politik tätig. Meine Familie ist eine zweite Sache. Ich verstehe auch den Vorwurf nicht. Man will Praktiker in der Politik, die eine Ahnung haben – seien es Abgeordnete oder Kammerräte. Dazu ist es notwendig, dass sie Betriebe bewirtschaften und an Programmen teilnehmen.

OÖN: Auch Millionäre bekommen Agrarförderungen, das führt zu Unbehagen. Sollte man Obergrenzen bei Einkommen und Förderhöhe einführen?

Berlakovich: Es gibt schon Obergrenzen. Die Prämien werden ab 100 Hektar gekürzt. Zusätzlich gibt es bei Betrieben, die mehr als 5000 Euro bekommen, prozentuelle Kürzungen. Ich habe bei der Reform der Agrarpolitik für die Zeit nach 2014 auch den Vorschlag gemacht, dass es Obergrenzen für die Förderung gibt. Das habe ich in die Diskussion auf europäischer Ebene eingebracht.

OÖN: Als mögliche Obergrenzen wurden von Kritikern 25.000 Euro bei der Förderhöhe und rund 60.000 Euro bei den Einkommen genannt.

Berlakovich: Die Frage ist, wo ziehe ich eine Grenze? Der Sinn der Prämien ist nicht, Millionäre zu fördern. Das sage ich klar. Wir haben ein agrarisches Umweltprogramm, an dem flächenstarke Betriebe teilnehmen sollen. Gerade große Betriebe haben zuletzt auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Die haben einen Mehraufwand. Biobauern bekommen pro Hektar eine höhere Prämie als konventionelle. Da geht es um einen ökologischen Leistungslohn. Ein Ergebnis der Programme ist, dass wir 90 Prozent der österreichischen Fläche ökologisch nachhaltig bewirtschaften.

OÖN: Heute beginnt die Welser Agraria. Wie ist die Stimmung in der Landwirtschaft?

Berlakovich: Im Vorjahr gab es eine schwere Krise. Der Milchpreis hat sich nun gebessert – auch dank intensiver politischer Arbeit. Der Getreidepreis ist ebenfalls erfreulicher. Die Stimmung ist grundsätzlich positiv. Wir brauchen keine Neiddebatte. Wir müssen den Bauern Sicherheit geben. Und jene, die mehr für Umwelt und Gesellschaft leisten, sollen mehr belohnt werden.

OÖN: EU-Kommissar Ciolos legt die Pläne für die EU-Agrarpolitik ab 2014 im November vor. Worauf müssen sich die Bauern einstellen? Weniger Geld für benachteiligte Gebiete?

Berlakovich: Die Bauern wissen, dass die Debatte seit Monaten läuft. Wir bringen die österreichischen Positionen in die Vorschläge der EU-Kommission ein. Ich will, dass die Berglandwirtschaft weiter unterstützt wird. Wir wollen den ökologischen Weg der Landwirtschaft weitergehen. Der kostet etwas, dafür haben wir intakte Landschaft und saubere Umwelt. Es steht im Raum, dass es weniger Geld gibt. Auch der Verteilungskampf innerhalb der EU wird härter. Wir werden unsere Positionen untermauern.

OÖN: Sie sind auf der klima:aktiv-mobil-Tour unterwegs. Es geht um Bewusstseinsbildung. Braucht es nicht auch konkrete Maßnahmen? Die Energiestrategie der Regierung wurde als Überschriften-Werk kritisiert.

Berlakovich: Bewusstseinsbildung ist entscheidend. Ich will Mobilität umweltfreundlicher gestalten. Der Verkehr ist Hauptverursacher für schädliche Treibhausgase. Mit der Energiestrategie haben wir erstmals einen Energie- und Klimaplan für Österreich, in dem alle Maßnahmen stehen, die wir umsetzen müssen, um Klima- und Energieziele zu erreichen.

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sinn ist es nicht, bla,bla,bal · von gutmensch (2626) · 01.09.2010 22:10 Uhr

ja warum bekommt dann ein siegfried wolf von magna, der geschätzte 5 mio im jahr, oder mehr, verdient (ok, soll er) dann förderungen für sein hobby?
warum sind hobbylandwirte nicht von der förderung ausgeschlossen?
warum suchen solche leute überhaupt um förderungen an und geben sich die blösse wegen sowas in den medien erwähnt zu werden, wenn schon die politik nicht in der lage ist, so etwas zu unterbinden?
haben wir den totalen werteverfall in dieser republik?
und dann entblödet sich eine "familien"staatssekretärin die geschätzte 10.000,m- euro im monat verdient, nicht uns mitzuteilen, daß sie sich vorstellen kann, die familienbeihilfe für familien und allein erziehende zu kürzen.
was ist los im staate österreich?

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was los ist ? · von mausfanger (18421) · 01.09.2010 22:33 Uhr

... die ganz persönliche gier ohne rücksicht auf verluste (für die haberer) !

DAS IST LOS !

es gilt natürlich die arbeitslosenvermutung.

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du nimmst · von gutmensch (2626) · 01.09.2010 22:34 Uhr

mir die worte aus dem mund.

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Artikel 01. September 2010 - 00:04 Uhr
Von Alexander Zens
Bild vergrößern Berlakovich: „Sinn der Prämien ist nicht, Millionäre zu fördern“

Bild: Weihbold

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